Dabei erweist sich die Aufklärung des Mordes als schwierig. Denn nach Angaben der Kriminalisten ist bislang lediglich sicher, dass das Baby lebend geboren wurde. Zum Zeitpunkt der Entdeckung war der Leichnam des Mädchens jedoch bereits stark verwest. Ein Umstand, der die Ermittlungen zusätzlich erschwert. Noch gibt es keine heiße Spur, die die Spezialisten der 8. Mordkommission zur Mutter des getöteten Mädchens führt.

Weitere Einzelheiten wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Denn einige Fakten könne nur der Täter wissen – so zum Beispiel, worin der Säugling eingewickelt worden war. Die Polizei bittet jedoch weiter um Hinweise von Zeugen, die in der Zeit zwischen dem 27. März 2013, 8 Uhr, und 5. April 2013, 11.40 Uhr, etwas Verdächtiges bemerkt haben. Dies gilt auch für Personen, die den Container in dem Zeitraum benutzt haben oder die eine Schwangere kennen, die entbunden, aber jetzt kein Baby in ihrer Obhut hat. Hinweise zum „Wildenbruch-Baby“, die auch anonym behandelt werden, können an jede Dienststelle der Polizei oder unter Tel. (030) 4664-91-18 88 gegeben werden.

Baby aus Hellersdorf ist verdurstet

Unterdessen ist man im Fall des vor einer Woche in einer Grünanlage in Hellersdorf gefundenen toten Säuglings ein Stück weiter. Nach intensiver Ermittlungsarbeit durch die Spezialisten der 2. Mordkommission konnte die Mutter des toten Babys am Wochenende festgenommen werden. Auch ihr Freund, in dessen Wohnung die junge Frau lebt, wurde von der Polizei festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Gegen beide erhebt jetzt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des „Totschlags durch Unterlassung“.

Zudem wird gegenwärtig geprüft, ob es sich um einen Mord handelt. Denn die Obduktion des toten Jungen hat ergeben, dass der nur wenige Tage alte Säugling qualvoll verhungert und verdurstet ist. Die Mutter des Säuglings hat das Baby lebend in der Wohnung des Freundes zur Welt gebracht. In einer ersten Vernehmung durch die Beamten der 2. Mordkommission haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft beide zu den erhobenen Vorwürfen geständig gezeigt.

Die Mutter des Kindes, Nadine K., stammt aus Schwedt (Oder). Sie hat bereits zwei Kinder, die jedoch nicht bei ihr leben. Vor einigen Monaten ist sie zu ihrem Freund Ronny B. an die Tangermünder Straße gezogen. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, ist der 21 Jahre alte Berliner nicht der Vater des Säuglings. Dennoch wird auch gegen ihn wegen „Totschlags durch Unterlassung“ ermittelt. Entgegen der Berichterstattung in der Dienstagausgabe der Berliner Morgenpost ist der 21-Jährige nicht als Busfahrer bei der BVG oder einem Tochterunternehmen beschäftigt.

plet