Die Polizei macht am heutigen Dienstag mobil gegen Raser. Mit einem einmaligen Personalaufgebot von Beamten soll stadtweit 24 Stunden lang gegen Schnellfahrer auf den Straßen vorgegangen werden. Hintergrund ist die enorme Steigerungsrate bei Unfällen durch nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit.
So wurden am Morgen zum Beispiel an der Boelckestraße in Tempelhof-Schöneberg beidseitig Blitzer stationiert. Sie stehen an einer Schule, vor der Tempo 30 gilt. Allerdings fuhren hier nahezu alle vorsichtig. So wurden zwischen 7 und 8.45 Uhr zwar fünf Kraftfahrer angehalten, doch davon zwei wegen ihrer Lichtanlage. Und bei den Temposündern wurden nur Überschreitungen von 10 bis 15 km/h gemessen.
Die Polizei plant mehr als 200 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollorte einzurichten. Die Berliner Morgenpost listet sämtliche bereits feststehende 172 Straßen auf, die in jedem Fall davon betroffen sein werden. Zusätzlich werden alle 21 verfügbaren Videofahrzeuge der Polizei an diesem Tag und in der Nacht im gesamten Stadtgebiet und auf allen Autobahnstrecken unterwegs sein.
Rund 100 Beamte sind im Einsatz. Berlin beteiligt sich damit an einer europaweiten „Operation Speed“, mit der zwischen dem 15. und 21. April gegen Raser vorgegangen wird.
Aufklärung statt „Abzocke“
Die Polizei möchte vermeiden, dass im Zusammenhang mit der groß angelegten Kontrollaktion der Vorwurf der „Abzocke“ laut wird. Deshalb wird der Aktionstag offensiv angekündigt und gleichzeitig alle Kontrollorte bewusst öffentlich gemacht. Auf keinen Fall gehe es laut Polizei darum, möglichst viele Schnellfahrer zu erwischen. Allerdings: Wer mit überhöhtem Tempo erwischt wird, muss auch mit einem entsprechenden Bußgeld rechnen.
Die Auswahl der Straßen, wo geblitzt und gelasert wird, richtet sich streng nach der Verkehrsunfallanalyse auf jene Punkte, wo die Unfallhäufigkeit überdurchschnittlich ist. Im Fokus stehen unter anderem Bereiche im Umfeld von Schulen, Seniorenheimen und Kindertagesstätten. Außerdem wird es Tempomessungen auf Straßen in reinen Wohngebieten geben, die wegen häufiger Tempoverstöße aufgefallen sind.
Dies gilt ebenso für Streckenverläufe außerhalb der Siedlungsgebiete. Dabei fällt auf, dass die Unfallexperten der Polizei als Spitzenreiter den Bezirk Mitte ausgemacht haben, wo mit 32 Straßen die meisten Kontrollstellen angekündigt sind. Mit beachtlichem Abstand folgen Steglitz-Zehlendorf (21), Tempelhof-Schönberg (20) und Charlottenburg-Wilmersdorf (19).
Auch Radfahrer werden gezielt kontrolliert
Zusätzlich zur Blitzeraktion wird die Polizeidirektion 3 von Montag bis zum 26. April gezielt Radfahrer kontrollieren. Hintergrund des Vorhabens ist der Umstand, dass 2012 mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung von den Zweiradfahrern selbst verursacht wurden.
Besonders das Fahren auf der falschen Fahrbahnseite, fehlerhaftes Einfahren in den Fließverkehr sowie falsches Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen sind nach Polizeiangaben hierfür verantwortlich.
Doch auch Kraftfahrer stehen im Visier, denn das Nichtgewähren der Vorfahrt für Radfahrer, Fehler beim Abbiegen oder beim Einfädeln in den fließenden Verkehr sind Hauptursachen für Radfahrunfälle, die von Autofahrern verursacht werden.
Brandenburg bettet die Blitzeraktion in die europaweite Schwerpunktwoche der länderübergreifenden Tempokontrolle „Operation Speed“ vom 15. bis 21. April 2013 ein, teilte das Polizeipräsidium Potsdam mit. Die für den 16. April geplanten Kontrollorte können im Internet unter www.polizei.brandenburg.de abgerufen werden.




