A 100 in Neukölln

Tunnelblitzer erwischen fast 150.000 Temposünder

Es ist Berlins "erfolgreichster" Blitzer: Im Schnitt mehr als 400 Raser tappen pro Tag im Britzer Tunnel auf der Stadtautobahn A 100 in Neukölln in die Infrarot-Kontrolle. Insgesamt gab es in der Hauptstadt im vergangenen Jahr 881.880 geahndete Tempoverstöße.

Foto: picture-alliance / Berliner_Zeit / picture-alliance

Die „Schwarz-Blitzer“ im Britzer Tunnel haben im vergangen Jahr 148.037 Temposünder erwischt. Mit im Tagesschnitt mehr als 400 Rasern belege das System auf der Stadtautobahn in Neukölln den Spitzenplatz unter Berlins Überwachungsanlagen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Insgesamt gab es 2011 in der Hauptstadt 881.880 Tempoverstöße, die damit wesentlich zu den Einnahmen aus Verkehrsverstößen in Höhe von 57,7 Millionen Euro beitrugen.

Im gut 1,7 Kilometer langen Britzer Tunnel auf der A 100 sind maximal 80 Stundenkilometer zulässig, bei Stau kann auf Tempo 60 gedrosselt werden. Dort registrierte die Polizei im vergangenen Jahr mit 196 Stundenkilometern auch den schnellsten Raser. 2011 hatten die Beamten die Zahl der Tempokontrollen auf fast 20.000 Einsätze gesteigert. Von mehr als zwölf Millionen gemessenen Autos war jeder 15. zu schnell unterwegs.

Die rund 1,5 Millionen Euro teure Blitzeranlage ging Ende Mai 2010 an den Start, weil es in dem Tunnel seit seiner Eröffnung zehn Jahre zuvor etliche Tempounfälle gegeben hatte. Eigentlich sollten die „Schwarz-Blitzer“ schon früher eingesetzt werden. Dafür fehlte aber zunächst das Geld. Mittlerweile dürften die Bußgelder die Kosten für die Anschaffung mehr als getilgt haben - schon für zehn Stundenkilometer über dem Limit stehen laut Bußgeldkatalog zehn Euro an. Genaue Angaben konnte die Polizei dazu zunächst nicht machen.

Neben dieser Anlage gibt es in Berlin fünf herkömmliche, festinstallierte Geschwindigkeitsblitzer. Weitere stationäre Anlagen seien nicht geplant, sagte Vizepolizeipräsidentin Margarete Koppers kürzlich. Stattdessen wolle man weiterhin auf die mobile Überwachung setzen.

Die „Schwarz-Blitzer“ arbeiten mit Infrarotlicht. Dadurch merken Autofahrer nicht, dass sie geblitzt werden. Das monieren Kritiker als „staatliches Abkassieren“. Ihnen zufolge tappten Temposünder so immer wieder in die Falle, bis sie teilweise erst Wochen später ihre Bußgeldbescheide bekommen.