Ein jetzt 18 Jahre alter Berliner, der sein Baby zu Tode geschüttelt hat, ist am Donnerstag wegen Totschlags zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.
Nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne gestand der Verurteilte vor dem Berliner Landgericht „im Kern“ die Tat . Der damals 17-Jährige hatte seine Tochter laut Anklage am 5. September 2012 in einem betreuten Wohnprojekt heftig geschüttelt und mit dem Kopf an einen Gegenstand geschlagen. Das sieben Monate alte Baby starb eine Woche später an den Folgen der schweren Kopfverletzung.
Die 18 Jahre alte Mutter soll während der Misshandlungen nicht zu Hause gewesen sein. Sie war ebenfalls angeklagt, weil sie dem Vater das Baby anvertraut habe, obwohl dieser das Kind schon zuvor misshandelt haben soll. Der Vorwurf hat sich jedoch nicht bestätigt.
Aus Jugendschutzgründen war der Prozess nicht öffentlich.
Die Mutter des Kindes war wenige Wochen vor der Tat auf eigenen Wunsch vom Jugendamt Neukölln in eine Mutter-Kind-Wohnung von „Leben lernen“ untergebracht worden. Die Mitarbeiter des Vereines hätten keine absolute Kontrolle über Besucher in den Wohnungen, dies entspreche nicht den Leitlinien des Vereins und den Vereinbarungen mit den zuständigen Jugendämtern, hieß es nach Bekanntwerden der Tat in einer Presseerklärung der seit 30 Jahren aktiven Hilfseinrichtung.
Es sei daher nicht möglich gewesen, den Tod des kleinen Kindes zu verhindern, man werde aber weiterhin alles tun, um die Aufarbeitung des tragischen Falles zu unterstützen, heißt es in der Erklärung weiter. Kurz nach der Tat hatte der Verein als Konsequenz aus dem tragischen Geschehen zwei Mitarbeiterinnen entlassen.
dpa/sei




