Ein Jahr nach der jüngsten Fahrpreiserhöhung wird Bus- und Bahnfahren in Berlin und Brandenburg wieder teurer. Zum 1. August steigen die Fahrpreise im Nahverkehr um durchschnittlich 2,8 Prozent, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mitteilte. Der Einzelfahrschein für das Berliner Tarifgebiet AB wird dann 2,60 statt bisher 2,40 Euro kosten und für das Tarifgebiet ABC 3,20 statt 3,10 Euro. Zuvor waren Fahrscheine und Zeitkarten zum 1. August 2012 teurer geworden, ebenfalls um 2,8 Prozent. Der Verkehrsverbund koordiniert den Nahverkehr in der Region, den die öffentliche Hand bei Bahn- und Busunternehmen bestellt.
Die Steigerung der Ticketpreise liegt damit über der Inflationsrate, die 2012 nach Angaben des statistischen Landesamtes bei 2,4 Prozent lag. Allerdings stiegen die für die Verkehrsunternehmen besonders wichtigen Energiekosten im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent.
Noch vor vier Wochen hatte der VBB-Aufsichtsrat seine Entscheidung über die neuen Ticketpreise überraschend vertagt. Hauptgrund war ein ungeklärter Streit über die künftige Aufteilung der Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf. Auslöser ist eine Änderung der Verträge im Regionalverkehr. Seit Dezember müssen DB Regio und die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) alle Einnahmen aus dem Ticketverkauf an den VBB abliefern. Die Unternehmen bekommen im Gegenzug einen Festpreis gezahlt.
Die Länder profitieren von dieser Regelung durch Mehreinnahmen in Millionenhöhe. Das Nachsehen hatten die Berliner Nahverkehrsunternehmen. Sie hatten die bestehenden Verträge zur Aufteilung deshalb gekündigt oder – wie im Fall der BVG – damit gedroht. Der VBB-Aufsichtsrat hatte eine Lösung in diesem Streit gefordert, bevor er höheren Ticketpreisen zustimmt.
Inzwischen gibt es ein Eckpunktepapier, in dem BVG und S-Bahn regeln, wie die Einnahmen künftig verteilt werden sollen. Auch die Bahntochter DB Regio Nordost war an dieser Einigung beteiligt. Ein Bahnsprecher sprach von „zähen, aber konstruktiven Verhandlungen“ zwischen den Verkehrsunternehmen sowie mit den Vertretern der Länder Berlin und Brandenburg. Am Ende sei aber ein „von allen Beteiligten akzeptierter Kompromiss“ erzielt worden.
dpa/fal/sh












