Nahverkehr

Berliner müssen mehr für Bus- und Bahn-Tickets bezahlen

Die Verkehrsunternehmen haben sich über die Aufteilung der Einnahmen geeinigt. Damit ist der Weg für die Preiserhöhung praktisch frei.

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Der Weg zur Erhöhung der Fahrscheinpreise im Nahverkehr ist praktisch frei. Nach Informationen der Berliner Morgenpost haben sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Berliner S-Bahn und die Bahntochter DB Regio über die Grundzüge der umstrittenen Aufteilung der Ticketeinnahmen geeinigt.

S-Bahn-Chef Peter Buchner bestätigte am Dienstag, dass es ein entsprechendes Eckpunktepapier gibt, das nun zum endgültigen Vertrag ausformuliert werden muss. Auch mit Vertretern der Länder Berlin und Brandenburg haben sich die Verkehrsunternehmen demnach bereits verständigt.

Wie berichtet hatte der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) seine Entscheidung über die künftigen Nahverkehrstarife vor zwei Wochen überraschend verschoben. Nach dem Antrag der 40 Verkehrsunternehmen in Berlin und Brandenburg sollen die Ticketpreise im Sommer um durchschnittlich 2,8 Prozent steigen.

AB-Ticket soll künftig 2,60 Euro kosten

Der Einzelfahrschein für das Berliner Stadtgebiet (Tarifzone AB) soll künftig beispielsweise 2,60 Euro statt bisher 2,40 Euro kosten. Der Preis für die Berliner Monatskarte soll von 77 auf 78 Euro steigen. Fahrgastverbände lehnen die Erhöhungen als „unbegründet und überzogen“ ab.

Bevor mehr Geld in die Kassen kommt, hatte das VBB-Aufsichtsgremium die drei großen Berliner Verkehrsunternehmen aufgefordert, sich über die strittige Aufteilung der Einnahmen zu einigen. Auslöser des Streits ist eine Änderung der Verträge im Regionalverkehr. Seit Dezember müssen DB Regio und die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) alle Einnahmen aus dem Ticketverkauf an den VBB abliefern. Die Unternehmen bekommen im Gegenzug einen Festpreis gezahlt.

Länder verzichten auf einen Teil ihrer Mehreinnahmen

Gewinner bei dem neuen Verfahren sind die Länder, die zusätzliche Millionen erhalten. Verlierer wären vor allem die Berliner Nahverkehrsunternehmen, allen voran die BVG. Weil der Topf der Ticketeinnahmen insgesamt kleiner wird, müssten sie Millionenverluste befürchten. S-Bahn und DB Regio hatten wegen der veränderten Situation den Vertrag zur Verteilung der Ticketeinnahmen gekündigt.

Nach den jetzt vereinbarten Eckpunkten sollen dem Vernehmen nach die Länder auf einen Teil ihrer Mehreinnahmen verzichten. Zu Details wollte sich S-Bahn-Chef Buchner mit Verweis auf in Detailfragen noch heiklen Verhandlungen nicht äußern. Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle.

Der VBB-Aufsichtsrat tritt am 11. April zu einer Sondersitzung zusammen. Fällt dann keine Entscheidung, gerät der Zeitplan ins Wanken. Ursprünglich sollten die Tarife zum 1. Juli steigen. Weil die Unternehmen mehrere Monate für die Umstellung brauchen, könnte sich dieser Termin verschieben.