Blindgänger

Bombenentschärfung läuft – Landestopp auf Flughafen Tegel

Die Entschärfung der nahe dem Hauptbahnhof gefundenen Weltkriegs-Bombe läuft. Auf dem Flughafen Tegel landen kurzzeitig keine Flieger mehr.

Nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des Lehrter Güterbahnhofs nahe dem Berliner Hauptbahnhof hat die Entschärfung begonnen. Sprengmeister würden vor Ort versuchen, den Zündmechanismus der Bombe mechanisch zu entfernen, hatte die Polizei mitgeteilt.

Zuvor war die Evakuierung von Anwohnern abgeschlossen worden. In der Lehrter Staße zwischen Kruppstraße und Perleberger Straße hatte die Polizei die Anwohner aufgefordert, die Häuser zu verlassen.

Die Evakuierung sollte laut Sprecher Redlich bis etwa 11.30 Uhr dauern. Kurz vor Ablauf dieser Zeit waren aber erst 60 Prozent der vorgesehenen Anwohner evakuiert. Gegen 12.30 Uhr konnten die Entschärfungsarbeiten dann beginnen.

Während der eigentlichen Entschärfung, soll auch der Flughafen Tegel gesperrt werden. Für etwa eine halbe Stunde dürfen dort sicherheitshalber am Mittwoch keine Flugzeuge landen, voraussichtlich nicht zwischen 12.45 und 13.15 Uhr, wie Flughafensprecher Lars Wagner mitteilte. Betroffen seien 15 bis 20 Maschinen, die auf den Flughafen Schönefeld ausweichen könnten.

Die meisten Züge rollen

Zunächst sei für die Sprengungen eine Stunde vorgesehen, teilte die Polizei mit. "Falls es nicht gelingt, den Zünder mechanisch zu entfernen, müssen wir die Lage neu überdenken", sagte Thomas Neuendorf, Sprecher der Polizei.

Auch die Straßen rund um den Fundort sind gesperrt. Dies trifft auch Berliner und Gäste, die zum Flughafen wollen, denn von Mitte führt der Weg nach Tegel in der Regel über die nun gesperrten Straßen rund um die Lehrter Straße.

Züge der Bahn Richtung Norden sollten gestoppt werden. Der Berliner Hauptbahnhof ist jedoch zugänglich. Andere Fern- und Regionalzüge werden umgeleitet. Züge der der Regionallinien 3 und 5 fallen aus, wie auf Hinweistafeln angezeigt wurde. "Reisende sollten sich auf Verspätungen und Umleitungen im Fernverkehr vorbereiten", sagte ein Bahn-Sprecher. Einzelheiten dazu könnten aber noch nicht angegeben werden. Der S-Bahn-Verkehr sei dagegen nicht betroffen.

Auch der Schiffsverkehr auf dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal wurde gestoppt.

Notunterkunft für Evakuierte in Schule

Die 100-Kilogramm-Bombe war nach Polizeiangaben am Dienstag in der Heidestraße/Lehrter Straße entdeckt worden – rund 600 Meter entfernt vom Hauptbahnhof. Der Sicherheitsradius wurde mit 300 Metern um die Fundstelle angesetzt. 30 bis 50 Häuser sind laut Polizeisprecher Stefan Redlich betroffen. Auch die 48 Kinder einer Kita in der Lehrter Straße müssen in die in der Moses-Mendelssohn-Schule, Stephanstraße 2 eingerichtete Notunterkunft umziehen.

Von der Evakuierung betroffen sind die Bewohner folgender Häuser: Lehrter Straße 26 bis 58, Perleberger Straße 62a bis 67, Stephanstraße 146, Ellen-Epstein-Straße 2, Friedrich-Krause-Ufer 35 bis 39, Heidestraße 20 bis 25 und Teile der Fennstraße.

In der Nacht war der Fundort der Bombe abgesperrt worden, um Zwischenfälle zu vermeiden, sagte ein Sprecher Bundespolizei. Das Landeskriminalamt, die Bundespolizei und die Bahn würden gemeinsam entscheiden, welche Maßnahmen am Mittwochvormittag ergriffen werden müssten.

>>>Ankunft- und Abfluginformationen der Berliner Flughäfen gibt es hier.

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