Spezialisten des Landeskriminalamtes haben am Dienstagmittag in Berlin-Biesdorf eine 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der Blindgänger war am Montagnachmittag bei Bauarbeiten an der Weißenhöher Straße entdeckt worden.
Die Entschärfung verlief nach Polizeiangaben ohne Probleme. Experten hatten die Bombe amerikanischer Bauart gegen 12.45 Uhr unschädlich gemacht. Der Zünder sei mit einem Wasserstrahl abgetrennt worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei dem Sprengkörper handelte es sich um eine Fliegerbombe.
Der Sprengkörper, der etwa zwei Meter unter der Erde entdeckt wurde, war nach Polizeiangaben schon beim Auffinden beschädigt. Ein Zünder sei bereits abgerissen gewesen, deshalb musste nur noch der zweite unschädlich gemacht werden.
Kriminaltechniker des LKA hatten die Bombe begutachtet und festgestellt, dass sie aber keine unmittelbare Gefahr für die Anlieger darstellte. Die Entschärfung musste jedoch am Fundort erfolgen und machte umfangreiche technische Vorbereitungen erforderlich.
Alle Verkehrssperrungen wurden kurz nach der Entschärfungen wieder aufgehoben, die in Sicherheit gebrachten Menschen konnten wieder in ihre Häuser zurück.
Der Sprengkörper wurde nach der Entschärfung zum Sprengplatz Grunewald transportiert.
Sperrkreis umfasste 400 Meter
Rund 300 Menschen hatten zuvor ihre Häuser verlassen müssen, es war ein Sperrkreis von etwa 400 Metern um den Fundort des Blindgängers eingerichtet worden. Rund 170 Polizisten waren im Einsatz, um das Gebiet zu sichern. Sie gingen von Haus zu Haus, um die Menschen aus ihren Wohnungen zu holen. Unterstützt wurden die Beamten von einem Lautsprecherwagen.
Zur Unterstützung von älteren und behinderten Menschen standen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes bereit. Nur wenige Anwohner suchten jedoch während der Entschärfung im Ausweichquartier Schloss Biesdorf Zuflucht.
Ab 11.45 Uhr wurden die Bundesstraße 1 zwischen Rhinstraße und Blumberger Damm sowie die Märkische Allee in südlicher Richtung in Höhe des Bentschener Weges gesperrt. Auch die BVG-Buslinien 108 und 192 sowie der Zugverkehr auf der Nord-Süd-Trasse der Deutschen Bahn AG waren unterbrochen.
Auch A115 soll wegen Bombe gesperrt werden
Auch in Brandenburg muss ein Blindgänger entschärft werden. Im Stahnsdorfer Wald südlich von Dreilinden wurde am Freitag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Es handelt sich um eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe mit zwei Zündern.
Am Mittwoch soll der Blindgänger von Sprengstoffexperten entschärft werden. Dafür wird das Waldgebiet südlich von Dreilinden zwischen dem Teltowkanal und der Autobahn A115 ab 8 Uhr gesperrt. Die Entschärfung ist zwischen 12 und 14 Uhr geplant. Der Wald darf in einem Sperrkreis von 900 Metern bis zur Freigabe nicht betreten werden.
Anwohnern der Siedlung Dreilinden (Gemeinde Kleinmachnow) und Anlieger des Campingplatzes in Albrechts Teerofen müssen für diese Zeit ihre Häuser bzw. das Gelände verlassen. Teile des Wilmersdorfer Waldfriedhofs Stahnsdorf liegen ebenfalls im Sperrkreis und müssen gesperrt werden. Das Gewerbegebiet Dreilinden und das Schnellrestaurant sind nicht betroffen.
Die wohl größte Einschränkung wird es für Autofahrer geben, die über die Mittagszeit auf der Avus unterwegs sein werden. Die Autobahn A 115 wird in den Mittagsstunden zwischen Anschlussstelle Babelsberg und Ausfahrt Kleinmachnow in beide Richtungen voll gesperrt sein.
Die Wasserschutzpolizei gab bekannt, dass die Schleuse Kleinmachnow ab 11:30 Uhr den Betrieb einstellt, der Teltowkanal wird zwischen Schleuse und Nathanbrücke gesperrt sein.
BMO











