Arbeitsprozess

Ex-Treberhilfe-Chef Ehlert scheitert vor Gericht

Das Landesarbeitsgericht sprach Harald Ehlert die Rolle eines Arbeitnehmers ab. Damit habe er kein Recht auf Weiterbeschäftigung. Der Ex-Treberhilfe-Chef will aber weiter klagen.

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Der umstrittene frühere Chef der Treberhilfe, Harald Ehlert, hat den Kampf für eine Weiterbeschäftigung in der Nachfolgefirma der Obdachlosenhilfsorganisation verloren. Das Landesarbeitsgericht wies am Freitag in zweiter Instanz die Klage des Sozialmanagers ab. Als Miteigentümer der Treberhilfe sei er kein Arbeitnehmer, der von einem Betriebsübergang profitieren könne, urteilten die Richter.

Ehlert hatte 2010 für Schlagzeilen gesorgt, als bekannt wurde, dass er einen Maserati als Dienstwagen nutzte, 23.000 Euro pro Monat verdiente und in einer Treberhilfe-Villa wohnte. Es wurde diskutiert, wie viel Geld Führungskräfte in der Sozialwirtschaft verdienen dürften.

Die damalige Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) sorgte mit dem Diakonischen Werk, unter dessen Dach die Treberhilfe organisiert war, für den Abschied Ehlerts aus der Obdachlosenarbeit. Zuvor hatte er die Treberhilfe zur Berliner Marktführerin in diesem Sektor aufgebaut und jährlich 15 Millionen Euro umgesetzt.

Für Ehlert, der sich inzwischen der Immobilienentwicklung widmet, ist der Streit mit der Berliner Politik noch nicht beendet. Er kündigte an, das Land Berlin auf Schadenersatz zu verklagen. Denn die Richter hatten ein Vorgehen der Sozialverwaltung bestätigt, das Ehlert als ein „Berufsverbot“ bezeichnet.

Die Behörde hatte festgelegt, dass Berlin keine Verträge mit der Treberhilfe beziehungsweise ihrer Nachfolgefirma abschließen werde, solange Ehlert dort beschäftigt sei. Damit sei ihm unternehmerische Tätigkeit in Berlin verwehrt, argumentiert Ehlert.

Der Verwaltung wirft er vor, durch ihr Vorgehen gegen ihn die Infrastruktur für Wohnungslose zerstört zu haben. Die Zerschlagung der Treberhilfe habe zur Folge, dass nun 1000 Plätze für Obdachlose fehlten.