Im Streit um schadhafte S-Bahn-Züge erhebt die Deutsche Bahn einem Bericht zufolge schwere Vorwürfe gegen den kanadischen Industriekonzern Bombardier. Bei den Lieferungen von 500 S-Bahnen für Berlin soll Bombardier Mängel an den Rädern und beim Bremssystem verschwiegen und die Bahn auf diese Weise arglistig getäuscht haben, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine beim Landgericht Berlin eingereichte Schadenersatzklage.

Von den 1,1 Milliarden Euro für die Berliner Züge fordere die Deutsche Bahn daher fast 350 Millionen Euro zurück. Bombardier weist die Vorwürfe dem Bericht zufolge als „unbegründet und rufschädigend“ zurück. In Kreisen der deutschen Bahnindustrie heiße es, bei Bombardier herrsche Empörung über die Deutsche Bahn.

Mit den Anschuldigungen werde dem Konzern unterstellt, „wissentlich das Leben von Fahrgästen riskiert“ zu haben. Damit überschreite die Bahn eine „rote Linie“ im Dauerstreit mit dem Zuglieferanten, berichtete die „SZ“ unter Berufung auf Industriekreise. Bombardier zählt mit Siemens und dem französischen Unternehmen Alstom zu den großen Herstellern von Zügen in Deutschland.

Die Deutsche Bahn legt am Donnerstag ihre Bilanz für das Jahr 2012 vor. Bahn-Chef Rüdiger Grube und Finanzvorstand Richard Lutz präsentieren die Zahlen in Berlin.

AFP/alu