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Notarzteinsatz sorgt für Zug-Chaos in Berlin

Bahn-Beschäftigte haben bundesweit gestreikt. Doch die Berliner sind dabei glimpflich davon gekommen. Dafür legte am Vormittag ein Vorfall den Zugverkehr zwischen Zoo und Friedrichstraße lahm.

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Bei den Warnstreiks der Bahn-Mitarbeiter sind die Berliner relativ glimpflich davon gekommen. Dafür legte ein Zwischenfall den kompletten Schienenverkehr zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Friedrichstraße lahm. Regional- Fernzüge wurden umgeleitet, die S-Bahn richtete einen am Vormittag Schienenersatzverkehr zwischen den beiden Bahnhöfen mit Halt am Hauptbahnhof ein.

Grund für die Behinderungen: ein Notarzteinsatz im Bereich Tiergarten. Die Bundespolizei geht von einem Suizid aus. Die Berliner Polizei hat nun die Ermittlungen übernommen. Mittlerweile fahren die Züge wieder durchgehend. Doch die Unterbrechung am Vormittag hat weiter Folgen. So verkehren die S-Bahn-Linien S 5 und S 75 am Nachmittag weiter nur im 20 Minutentakt.

Wenig Beeinträchtigungen durch Warnstreiks

Auch die Warnstreiks bekamen Reisende in Berlin und Brandenburg zu spüren - allerdings vor allem die Folgen von Arbeitsniederlegungen an anderen Orten. Besonders auf der Strecke Hamburg-Berlin gab es große Verspätungen, wie ein Bahnsprecher sagte. Im Regionalverkehr gab es lediglich auf zwei Strecken Einschränkungen. Zwischen Frankfurt (Oder) und Magdeburg fuhren die Züge nur bis Genthin und zurück. Auf dem Abschnitt zwischen Senftenberg und Elsterwerda wurden nach Bahn-Angaben Busse eingesetzt. Hinzu kamen einige Verspätungen bei den Zügen nach Mecklenburg-Vorpommern.

Begonnen hatte der Warnstreik im ICE-Werk in Berlin Rummelsburg – mit Start der Frühschicht um 3.00 Uhr. An ihm beteiligten sich Mitarbeiter des Reinigungspersonals, sagte Michael Klein von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Viele Züge seien deshalb nicht gereinigt worden. Der Warnstreik in Berlin und Aktionen in Hamburg hatten den Streiktag eingeläutet. In Berlin sind laut der Gewerkschaft zunächst keine weiteren Aktionen geplant.

Größere Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr gibt es nach Angaben der Bahn aber in anderen Regionen; etwa in Sachsen oder in Süd- und Südwestdeutschland. Mit Verspätungen sei den ganzen Tag über zu rechnen. Bestreikt werden Stellwerke und Werkstätten.

Tarifverhandlungen werden fortgesetzt

Hintergrund der Warnstreiks ist ein Tarifkonflikt. Am Montag sollen in Berlin die Tarifverhandlungen für die 130.000 Beschäftigten bei der Deutschen Bahn fortgesetzt werden. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion der Beschäftigten „auf ein bislang völlig unzureichendes Arbeitgeberangebot“, sagte der Gewerkschaftssprecher.

Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld für ein Jahr in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hatten dagegen in einem ersten Schritt 2,4 Prozent mehr Geld in diesem und weitere 2 Prozent im nächsten Jahr sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro angeboten.

Die Deutsche Bahn will die Reisenden aktuell über Auswirkungen informieren. Details sind laut Bahn erhältlich unter www.bahn.de/aktuell, unter der Kunden-Hotline 01805 99 66 33 sowie in den Reisezentren der DB.