Polizeigewerkschaft

„Polizistengehalt reicht nur noch für 35-Stunden-Woche“

Der Berliner Senat lehnt es ab, den Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes auf Beamte zu übertragen. Die Beamtenvertreter sind empört. Die Polizeigewerkschaft DPolG fordert Arbeitszeitverkürzung.

Foto: Florian Schuh / dpa

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und der Beamtenbund dbb in Berlin haben scharf auf die Ankündigung des Senats reagiert, den Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienstes nicht auf Beamte zu übertragen.

Der Landesvorsitzende der DPolG Berlin, Bodo Pfalzgraf sagte, wer keine 100 Prozent Gehalt zahle, könne auch keine volle Arbeitszeit von 40 Wochenstunden erwarten. „Wenn der Senat unfähig ist, uns ordentlich zu bezahlen, dann muss eben die Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden reduziert werden", sagte Pfalzgraf.

„Nassforsche Reaktion“ des Senats

Der Landesvorsitzende des dbb Berlin, Joachim Jetschmann, sprach von einer „nassforschen Reaktion“ des Senats. Der dbb Berlin erwarte, dass der Senat die Übernahme des Tarifabschlusses für Beamte in den Finanzplanungen einbaut.

Berlin will die Tariferhöhung für die Angestellten im öffentlichen Dienst nicht in vollem Umfang auf die Beamten übertragen. Es bleibe bei der Vereinbarung, dass die Gehälter der Beamten zum 1. August um zwei Prozent steigen sollen, sagte Senatssprecher Richard Meng am Dienstag. Eine weitere Gehaltserhöhung ist für 2014 geplant.

Polizeigewerkschaft will keine Alarmdienste mehr

Den Beamten-Vertretern reicht dies nicht. So warnt die DPolG einer vor „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ im öffentlichen Dienst des Landes Berlin. Beide befürchten, dass sich der Abstand bei den Bezügen gegenüber den anderen Bundesländern vergrößert. „Niemand kann uns erklären, warum ein Kollege in der nächsten Großstadt 400 € mehr im Monat verdient“, sagte Berlins DPolG-Chef Pfalzgraf.

Die Polizeigewerkschaft fordert angesichts der Bezahlung nun keine Alarmdienste mehr für Berliner Polizisten bei Veranstaltungen und Staatsbesuchen.