Öffentlicher Dienst

Berliner Angestellte bekommen deutlich mehr Geld

40.000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sollen mehr verdienen - für den Landeshaushalt eine starke Belastung. Die Angestellten bekommen die Erhöhung jedoch deutlich im Portemonnaie zu spüren.

Foto: dpa Picture-Alliance / Sebastian Kahnert / picture alliance / dpa

Die 40.000 Angestellten im Berliner öffentlichen Dienst werden mit Beginn des kommenden Jahres deutlich mehr Geld verdienen als derzeit. Neben der in der bundesweiten Tarifrunde ausgehandelten Steigerung sorgt eine Berliner Besonderheit für ein besonders starkes Plus.

Um 2,65 Prozent steigen nach dem neuen Tarif die Bezüge zum 1. April 2013. Dieses Datum ist aber auch der Stichtag, zu dem das Land Berlin mit einer Sonderaufstockung der Gehälter den Rückstand seiner Beschäftigten im Vergleich zum bundesweiten Gehaltsniveau ein Stück aufholt.

Bisher liegen die angestellten Berliner Staatsdiener bei 97 Prozent des Bundesgebietes. In einem ersten Schritt hat Berlin zugesagt, im April 2013 das Niveau von 97,5 Prozent zu erreichen. Zum Jahreswechsel erhalten die Beschäftigten dann noch einmal 2,95 Prozent mehr Geld sowie erneut die Sonderzulage, die sie dann auf 98 Prozent des bundesweiten Gehaltslevels bringt.

Abschluss bedeutet 200 Millionen Euro Mehrkosten für Berlin

Insgesamt wachsen die Bezüge der Berliner Angestellten nach Rechnungen der Senatsfinanzverwaltung ab 2014 also um 6,78 Prozent. „Die Kollegen profitieren von zwei Ereignissen“, sagte ein Sprecher des Landesbezirks der Gewerkschaft Ver.di.

„Berlin hat sich erfolgreich bemüht, wieder in die Tarifgemeinschaft der Länder aufgenommen zu werden, damit wir die Berliner Sonderrolle bei den Gehältern beenden und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bald wieder auf dem Niveau der anderen Länder bezahlen können“, sagte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD). Das sei mit dem Tarifabschluss gelungen. Insgesamt bedeutete der Abschluss für Berlin in den Jahren 2013 und 2014 Mehrkosten von 200 Millionen Euro.

Gehälter steigen deutlich spürbar an

Was für den Landeshaushalt eine echte Belastung darstellt, macht sich für die Menschen durchaus bemerkbar. So steigt das Gehalt eines Mitarbeiters einer Personalstelle, der zum Ende des Jahres noch 2745,91 Euro monatlich verdiente, um fast 200 Euro.

Am 1. Januar 2014 werde die Vergütung auf 2931,75 Euro steigen, rechnet die Finanzverwaltung vor. Eine angestellte Lehrerin, die bisher 4366,82 Euro verdiente¸hat ab Januar 2014 knapp 300 Euro brutto mehr und geht mit 4662,35 Euro nach Hause.

Kein Alleingang Berlins im Umgang mit Lehrern

Die offene Frage, wie die Lehrkräfte eingruppiert werden sollen, wird in Berlin weiter erörtert. Darüber hatten Arbeitgeber und Gewerkschaften bei der großen Tarifrunde am Wochenende keine Einigung erzielt. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW hatte weitere Streiks an Berliner Schulen nicht ausgeschlossen. Laut Nußbaum wird am Dienstag in einem weiteren Gespräch mit der GEW die erzielte Einigung erörtert.

Einen Alleingang Berlins im Umgang mit seinen Lehrern wird es jedoch nicht geben. „Unser Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten des Landes Berlin mit denen der anderen Länder zu harmonisieren“, sagte Nußbaum. Das müsse aber im Rahmen der Tarifgemeinschaft der Länder passieren.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte am Montag, das Tarifergebnis auch auf die Landesbeamten zu übertragen. Das sei eine „Frage der Wertschätzung ihrer Arbeit“, sagte DGB-Landeschefin Doro Zinke.