Stadtentwicklung

Senat will 38.000 neue Wohnungen für Berlin bauen

In Berlin wird Wohnraum immer knapper. Der Berliner Senat will Tausende Wohnungen neu bauen - auch auf dem Tempelhofer Feld.

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Die Wohnungsnot in Berlin ist groß. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hält deshalb an der geplanten Bebauung der Randzone des ehemaligen Flughafenareals in Tempelhof fest. „Es muss möglich sein, dass auch diese Flächen bebaut werden können“, sagte Müller am Freitag.

Bislang plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Rande des Tempelhofer Felds 4700 Wohnungen in teilweise siebengeschossiger Bauweise. Der Senator kritisierte, dass sich das angestrebte Volksbegehren gegen jegliche Weiterentwicklung des großen innerstädtischen Areals richte. Das gehe angesichts des großen Wohnungsbedarfs in Berlin nicht. Er ergänzte: „Wir brauchen solche Flächen für neue und bezahlbare Wohnungen.“

Die Wohnbebauung am Tempelhofer Feld ist der größte Posten von derzeit etwa 38.000 Wohnungen, die nach Angaben Müllers im Rahmen von 25 kurz- und mittelfristigen Bauprojekten über die ganze Stadt verteilt realisiert werden können.

Experten: Perspektivisch 150.000 neue Wohnungen

Experten der Wohnungsbranche betrachten dies jedoch als nicht ausreichend. „Wir brauchen angesichts der Bevölkerungsprognosen für 2030 mindestens 150.000 zusätzliche neue Wohnungen in Berlin“, sagte David Eberhart, Sprecher des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmer.

Auch bei den Wohnungsbaugesellschaften sind Neubauten geplant. So setzt Berlins größtes Unternehmen, die Degewo, voraussichtlich im März den ersten Spatenstich für das Projekt „Mariengrün“. Etwa 50 neue Wohnungen sollen in Marienfelde entstehen. Etwa 200 neue Wohnungen sind in den kommenden fünf Jahren in Gropiusstadt geplant. Auch die Gesobau plant in den nächsten fünf Jahren 850 Wohnungen für eine Nettokaltmiete von unter zehn Euro je Quadratmeter.

Um bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte möglich zu machen, will der Senat von 2014 an einen Wohnungsbaufonds einrichten. Müller zufolge soll er anfangs mit mindestens 32 Millionen Euro vom Bund ausgestattet sein. Der Fonds soll zinslose Darlehen vergeben und den Bau von jährlich 1000 Wohnungen fördern.

Verdrängung in den Kiezen aufhalten

Auch das geplante Zweckentfremdungsverbotsgesetz soll helfen, Wohnraum in den einzelnen Stadtteilen zu erhalten. Verhindert werden soll, dass Wohnungen in Ferienwohnungen umgewandelt werden und dass Gebäude leer stehen oder gar abgerissen werden, weil der Eigentümer mit Haus und Grundstück spekuliert. In Berlin gibt es schätzungsweise 9000 bis 12.000 Ferienwohnungen.

Geplant ist für 2013 auch, dass die, die in begehrten Kiezen mit Milieuschutz Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln wollen, dafür eine Genehmigung brauchen. Der Senat hofft, so Mieter mit weniger Geld vor Verdrängung zu schützen.

Zurzeit gibt es in den Bezirken 18 Gegenden mit Milieuschutz – vor allem in Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. In Großsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus soll die Miete darüber hinaus bis 2017 begrenzt werden: auf 5,50 bis 5,70 Euro pro Quadratmeter im Monat. Diese Maßnahme soll 39 Millionen Euro kosten.