Die protestierenden Asylbewerber vor dem Brandenburger Tor in Berlin wollen ihre Aktion länger fortsetzen als bislang angenommen. Ein Sprecher teilte am Sonntag auf Anfrage mit, dass auch über den kommenden Montag (5. November) hinaus protestiert werden solle. Die Flüchtlinge wollen weiter Druck auf die Politik ausüben. Sie fordern unter anderem eine schnellere Arbeitserlaubnis und eine Abschaffung der Residenzpflicht.

Zunächst war jedoch fraglich, ob der Protest mit anderen bereits zuvor angemeldeten Veranstaltungen auf dem Pariser Platz in Konflikt geraten könnte. Die Polizei konnte dazu am Wochenende zunächst keine Angaben machen. Neben der Aktion am Brandenburger Tor hatten Flüchtlinge auch ein Protestcamp am Oranienplatz in Kreuzberg aufgeschlagen.

Am Sonnabend kam es abends zu einem Zwischenfall. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, bemerketen zwei Polizistinnen um 19.15 Uhr zwei Männer, die sich laut stritten und begannen, sich gegenseitig zu schubsen. Als die Beamtinnen schlichten wollten, ging einer der Männer sofort auf eine Polizistin los und schlug ihr mehrfach gegen den Oberkörper. Der andere mischte sich unter die anderen Demonstranten, wo er den Angaben zufolge noch mit einer anderen Person Streit anfing. Ein dritter Polizist verfolgte den 19-Jährigen und stellte ihn. Die Beamten nahmen seine Personalien und die seines 29 Jahre alten Kontrahnten auf.

Als die Polizisten die beiden Männer zum Einsatzwagen brachten, mischte sich noch ein 23-Jähriger ein, der einen der Beamten mehrfach kräftig gegen die Schulter schlug. Die Polizei versuchte, ihn festzunehmen, wogegen er sich heftig wehrte. Auch bei ihm wurden die Personalien festgestellt, bevor er wieder freigelassen wurde.