Es gab Zeiten, da flutschte der Verkehr in Berlin. Drei Flughäfen, ein weltweit beneidetes Nahverkehrssystem, dazu ein Straßennetz ohne Schikanen. Vorbei.

Vergessen wir mal den brandgefährlichen BER und die eher zufällig fahrende S-Bahn. Nehmen wir uns die Straßen der Stadt vor. Wer auf das Auto angewiesen ist, dem reißt fast täglich der Geduldsfaden. Baustelle an Baustelle verwandeln immer mehr Straßen zu Staustellen. Kaum noch ein zeitlich zu planendes Durchkommen, weil ganz Berlin eine Buddelkiste ist. Die verantwortlichen Baustadträte in den Bezirken scheinen unfähig oder ziehen Befriedigung daraus, Stop and Go zum Markenzeichen des Berliner Stadtverkehrs zu machen.

Natürlich müssen marode Straßen saniert und vermoderte Leitungen neu verlegt werden. Aber bitte zügig, abgestimmt, auch mal in drei Schichten. Und warum kein „Runder Tisch“, an dem Straßenreparaturen, das Verlegen von Wasser-, Strom- oder Telefonleitungen so koordiniert werden, dass die Gewerke nahtlos aufeinander folgen? Man muss nur wollen und ein bisschen Fantasie entwickeln.

Konkretes gewünscht? Kreuzung Seller-/Müllerstraße bei Schering in Mitte. Nach monatelanger Baustelle floss der Verkehr endlich wieder, bis seit ein paar Tagen an gleicher Stelle neue Absperrungen lange Staus auslösen. Nur ein Beispiel dafür, warum so viele Autofahrer den Kopf schütteln und die verfluchen, die ihnen den Weg zur Arbeit so schwer machen.