Prozess

Missbrauch auf Schultoilette - Berliner vor Gericht

Der Fall hatte eine Sicherheitsdebatte ausgelöst: Ein Mann missbraucht an einer Berliner Schule ein Mädchen. Jetzt beginnt der Prozess.

Foto: Steffen Pletl

Knapp fünf Monate nach dem sexuellen Missbrauch eines achtjährigen Mädchens auf der Toilette einer Grundschule in Berlin-Wedding beginnt an diesem Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger Konstantinos M.

Der 30-Jährige habe in Vernehmungen die Vorwürfe im Kern eingeräumt, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, der in Untersuchungshaft sitzt, sexuellen Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Körperverletzung vor.

Laut Anklage hatte der Fremde die Achtjährige am 1. März vormittags in eine Toilette der Humboldthain-Schule gezerrt und die Tür verriegelt. M. habe die Schülerin mit einem Messer bedroht und sich sexuell an ihr vergangen. Fluchtversuche des Mädchens habe er mit Gewalt verhindert.

Laut Staatsanwaltschaft war der Mann den Lehrern noch aufgefallen, als er an der Schule wartete. Er sei angesprochen worden und habe gesagt, er warte auf einen Lehrer. Damit seien Zweifel der Pädagogen über den Fremden zunächst zerstreut worden. Nach Informationen von Morgenpost Online war Konstantinos M. hier früher selbst Schüler gewesen sein.

Der Täter konnte zunächst flüchten. Knapp einen Monat später wurde er von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei in seiner Wohnung in der Nähe der Schule gefasst. Die Fahnder waren Konstantinos M. durch dessen Handy auf die Spur gekommen. Zudem wurde er mit einem Gentest überführt. Eine Speichelprobe ergab, dass seine DNA mit Spuren vom Tatort übereinstimmte. Die Polizei hatte die Öffentlichkeit nach der Tat zunächst nicht informiert - aus „ermittlungstaktischen Gründen“.

Der Missbrauchsfall im sozial schwachen Stadtteil Wedding hatte eine Debatte über die Sicherheit an Berliner Schulen ausgelöst. Auch die betroffene Grundschule zog Konsequenzen. So sollen Eltern ihre Kinder bereits am Schuleingang verabschieden und nicht auf das Gelände begleiten. Eltern müssen sich jetzt anmelden, wenn sie ein Gespräch mit einem Lehrer haben. Mehrere Eingänge wurden verschlossen.

Für den Prozess sind zunächst zwei Verhandlungstage vorgesehen.