Festnahme

Kindesmissbrauch an Schule - SEK fasst Verdächtigen

Anfang März hat ein Unbekannter eine Achtjährige auf der Toilette einer Berliner Grundschule vergewaltigt. Nun gab es eine Festnahme.

Foto: Steffen Pletl

Angehörige des Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben in Berlin einen 30 Jahre alten Verdächtigen im Fall des Kindermissbrauchs an einer Weddinger Schule festgenommen. Die Polizisten stellten ihn an der Kameruner Straße in Wedding, wie Polizeisprecher Stefan Redlich Morgenpost Online mitteilte. Das SEK übernahm nach Angaben des Sprechers die Festnahme, weil bekannt war, dass der Verdächtige einen Dobermann und mehrere gefährliche Messer besitze. Er stehe „in dringendem Verdacht“, das Mädchen Anfang März auf der Schultoilette eingeschlossen und sexuell missbraucht zu haben. Gegen den Mann wurde Haftbefehl wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs erlassen. Er wurde am Freitagnachmittag vernommen.

Der Missbrauch war erst am Donnerstag bekannt geworden – bis dahin hatten Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen geschwiegen. Bei der intensiven Fahndung wurden auch DNA-Spuren an Körper und Kleidung der missbrauchten Schülerin ausgewertet.

Die Polizei sei auf den jetzt Festgenommenen durch eine Funkzellenauswertung gestoßen, sagte Redlich. Überprüfungen hätten ergeben, dass sein Handy zum Tatzeitpunkt in der Funkzelle des Tatorts benutzt worden war.

Der Fall des Kindesmissbrauchs hatte in den vergangenen Tagen für großes Aufsehen gesorgt. Dabei hatte ein Unbekannter am 1. März eine Achtjährige auf der Toilette ihrer Grundschule an der Grenzstraße in Wedding missbraucht und war dann geflohen.

An dem Morgen hatte der Mann demnach das Mädchen auf der Schultoilette eingeschlossen und sexuell missbraucht. Der Täter soll die Toilettentür verriegelt und dem Mädchen Gewalt angedroht haben, falls es nicht tue, was er von ihr verlange.

Obwohl aufmerksame Lehrer schnell die Polizei alarmierten, konnte der Täter vor dem Eintreffen der Beamten flüchten.

Außerdem ermittelt die Berliner Polizei noch in einem weiteren Missbrauchsfall: Am 7. März soll ein Unbekannter einer Schülerin in Frohnau ebenfalls auf der Toilette aufgelauert haben. Eine Freundin des Mädchens habe den Täter jedoch gestört. Bislang haben die Ermittler einen Zusammenhang mit dem Missbrauch in Wedding ausgeschlossen. Die Fälle lösten eine Diskussion um die Sicherheit an Schulen aus.