Im Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder, der in Berlin-Wedding auf die Familie seiner Ex-Frau schoss, hat die Verteidigung ein zweites Gutachten beantragt. Nach Ansicht der Anwältin Ria Halbritter gehört der 25-jährige Aushilfskellner wegen einer wahnhaften Psychose in die Psychiatrie.
Staatsanwältin Heike Hagedorn hatte vor dem Berliner Landgericht eine lebenslange Haft beantragt, nachdem Gerichtsmediziner Norbert Konrad die volle Schuldfähigkeit festgestellt hatte. Die Richter wollten am Montagnachmittag über den Antrag der Anwältin entscheiden.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Racheakt des 25-Jährigen nach der Scheidung seiner Frau aus. Der aus der Türkei stammende Mann hatte am 4. August 2011 im Stadtteil Wedding auf das Auto gefeuert, in dem seine Ex-Frau und ihre Familie saßen.
Die 25-Jährige überlebte, ihre 45-jährige Mutter wurde tödlich getroffen. Eine 22-jährige Schwester starb in der Klinik. Ein Bruder wurde schwer verletzt. Staatsanwältin Hagedorn beantragte auch, dass das Gericht zudem die besondere Schwere der Schuld feststellen soll.
Nach Einschätzung von Prozessbeobachtern ist ein Urteil an diesem Montag eher unwahrscheinlich. Falls das Gericht den Antrag auf ein zweites Gutachten ablehnt, stehen das Plädoyer einer weiteren Verteidigerin und das Schlusswort des Angeklagten aus.
dpa/ap














