Der frühere Berliner Innensenator Dieter Heckelmann (CDU) ist tot. Er starb am vergangenen Sonntag (24. Juni 2012) im Alter von 74 Jahren, wie die Berliner CDU am Donnerstag bestätigte. Heckelmann leitete von 1991 bis Januar 1996 unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) das Innenressort des schwarz-roten Senats. Dort galt Heckelmann als Hardliner, der gegen Demonstranten mit harter Hand vorging. Von 1983 bis 1991 war der promovierte Jurist und Professor für Bürgerliches Recht Präsident der Freien Universität Berlin.
Der CDU-Vorsitzende und Innensenator Frank Henkel würdigte Heckelmann als „einen verdienten Bürger, der sich über viele Jahre in der Berliner Landespolitik und im Hochschulbereich engagiert“ habe. Als Innensenator sei er nach der Wiedervereinigung Berlins „maßgeblich am Zusammenwachsen der Verwaltungen aus dem Ost- und Westteil der Stadt beteiligt“ gewesen.
Der gebürtige Wiesbadener begann Anfang der 70er Jahre seine Hochschulkarriere als Prodekan an der Mainzer Universität. 1975 wurde der Arbeitsrechtsexperte als Professor für Bürgerliches Recht an die Freie Universität Berlin berufen. 1977 stieg Heckelmann zum Ersten Vizepräsidenten, 1983 zum Präsidenten der FU auf.
Im Januar 1991 wurde der Jurist zum Innensenator im CDU/SPD-Senat gewählt. Die Opposition beklagte bald die rigide Vorgehensweise Heckelmanns gegen Demonstranten vor allem aus der linken Szene und sah darin eine Rückkehr zu der „Knüppel-aus-dem-Sack-Politik“ seines Amtsvorgängers Wilhelm Kewenig, wie es in seiner Munzinger-Biografie heißt. Der damalige Polizeipräsident Georg Schertz trat 1992 auch zurück, weil er mit Heckelmann nicht zusammenarbeiten konnte.
Heckelmann geriet immer mehr unter Druck, als Vorwürfe laut wurden, dass ein Drittel der Mitglieder der Freiwilligen Polizeireserve kriminell und rechtsradikal sei. Der CDU-Politiker stolperte schließlich über die unklare Rolle des Berliner Verfassungsschutzes bei den Mordanschlägen auf vier kurdische Oppositionspolitiker aus dem Iran im September 1992 in Berlin.
Diepgen entzog Heckelmann daraufhin die Zuständigkeit für den Verfassungsschutz, die der Regierungschef selbst übernahm. Nach den Wahlen von Ende 1995 wurde Heckelmann nicht mehr in den Senat berufen. Bis zu seiner Emeritierung 2002 kehrte er an die FU zurück.
dpa/sei





