Die Berliner S-Bahn kann dank einer neuen Technik ab Anfang Mai mehr Züge einsetzen. Die Sandstreuanlagen für schnelleres Bremsen werden dann automatisch überwacht, wie das Verkehrsunternehmen am Freitag mitteilte. Bislang müssen die Lokführer auf Abstellgleisen regelmäßig kontrollieren, ob die Sandstreuer an den Rädern funktionieren. Das kostet Zeit. Wenn die Schienen etwa bei Frost rutschig sind, wird auf Knopfdruck aus Behältern Sand abgegeben, um den Bremsweg der Züge zu verkürzen.

Eine Zahl der zusätzlich einsetzbaren Züge wollte das Unternehmen nicht nennen. Mit den Wagen würden von Mai an S-Bahnen verlängert, die zuletzt nur verkürzt unterwegs gewesen seien, hieß es. Außerdem müssten Fahrgästen dann nicht mehr wie bisher an bestimmten Bahnhöfen in einen anderen Zug umsteigen.

Die computergesteuerte Bremssandüberwachung wurde seit Anfang 2011 mit der Firma Knorr-Bremse für rund acht Millionen Euro entwickelt. Das neue Verfahren sei mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt, teilte die S-Bahn mit. Funktioniert die Bremssandanlage nicht oder ist zu wenig Sand in den Vorratsbehältern, dürfen die S-Bahnen nur Tempo 60 statt 80 fahren. Das brachte im Herbst und Winter zeitweise die Fahrpläne durcheinander.

dpa/nbo