Sperrung aufgehoben

Ringbahnhalle am Ostkreuz für S-Bahn-Züge offiziell eröffnet

Am Montagmorgen wurde die neue Bahnhofshalle offiziell in Betrieb genommen. Die Bauarbeiten dauern aber noch bis mindestens 2016.

Am Ostkreuz ist die Bahnhofshalle für die S-Bahnverkehr auf dem Ring am Montag offiziell eröffnet worden. Gleichzeitig wurde das elektronische Stellwerk Frankfurter Allee in Betrieb genommen, das nunmehr den S-Bahnverkehr auf dem Ostring steuert. Nach 16-tägiger Sperrung fährt die S-Bahn nun wieder auf dieser Strecke.

Der Neubau zeige, welche Bedeutung der Senat dem öffentlichen Personennahverkehr in Berlin beimesse, sagte Verkehrssenator Michael Müller (SPD). Er fügte hinzu: „Wir arbeiten für einen attraktiven und starken Nahverkehr für die Berliner.“

„Die neue Ringbahnhalle, die ab jetzt die Reisenden vor der Witterung schützt, ist erstes spürbares Zeichen dafür, wie das Ostkreuz in Zukunft aussehen wird“, erklärte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) anlässlich der Übergabe. Bis zum Ende der Bauarbeiten an dem wichtigen Knotenpunkt im Südosten der Stadt stünden aber noch Jahre bevor, in denen es Einschränkungen geben werde, die unvermeidbar seien.

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel, sagte: „Am Ostkreuz ist nun Halbzeit.“ Die Bauarbeiten zur Neugestaltung der wichtigen Drehscheibe im S-Bahn- und Regionalverkehr hatten 2008 begonnen und sollen 2016 abgeschlossen sein. Mit der Inbetriebnahme der Bahnhofshalle sei der wichtigste Schritt am Ostkreuz erfolgt.

Bahn: Verkehrseinschränkungen und Lärm unvermeidbar

Die Bauarbeiten an der neuen Bahnhofshalle erforderten an 30 Wochenenden Unterbrechungen auf dem S-Bahn-Ring. Leuschel entschuldigte sich für die zahlreichen Verkehrseinschränkungen und Behinderungen, die Bahnkunden am Ostkreuz hätten hinnehmen müssen sowie die Lärmbelästigungen, denen Anwohner ausgesetzt waren.

Diese Unannehmlichkeiten seien nicht zu verhindern gewesen. Zum Ausbau des Ostkreuzes, wo täglich 320.000 Fahrgäste, darunter 100.000 Umsteiger gezählt würden, gebe es keine Alternative, sagte der Bahn-Manager. Der erste S-Bahn-Zug hatte am Morgen um 4.00 Uhr in der neuen Ringbahnhalle gehalten.

Die 132 Meter lange Bahnhofshalle überdacht den Ringbahnsteig. Während das gewölbte Dach in 15 Meter Höhe aus Stahl besteht, erhellt Tageslicht, das durch die insgesamt 3.000 Quadratmeter große Glaswände an den Längsseiten der beiden Gleise eindringt, die Halle. Die Dachkonstruktion aus Stahl und Glas kostete rund zwölf Millionen Euro. Davon übernahm das Land Berlin rund drei Millionen und der Bund 2,65 Millionen Euro.

Das gleichzeitig in Betrieb genommene elektronische Stellwerk Frankfurter Allee steuert 118 Signale und 45 Weichen zwischen den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Baumschulenweg. Es kostete 45 Millionen Euro.

Wegen Gleisarbeiten wird bis 24. April die S-Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Bundesplatz gesperrt. Zwischen Schöneberg und Bundesplatz wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, zwischen Südkreuz und Schöneberg pendeln die S-Bahnen.