Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, hat Berliner Radfahrer kritisiert und zugleich mehr Radstreifen gefordert. „Es ist manchmal abenteuerlich, wie es hier zugeht“, sagte er der "Berliner Zeitung". Viele Radfahrer brächten sich selbst in Gefahr – etwa, indem sie ohne Licht und helle Bekleidung unterwegs seien, oder Radwege in die falsche Richtung benutzten. „Vor kurzem habe ich sogar miterlebt, wie Eltern ihrem Kind dies beibrachten“, sagte Trittin.
Keine Helmpflicht
Eine Helmpflicht lehnte der Grünen-Politiker indes ab. „Wer soll das kontrollieren“, fragte er. „Natürlich weiß ich, dass ein Fahrradhelm bei einem Unfall schützen kann.“ Er selbst trage aber leider viel zu selten einen. Eine Helmpflicht würde nach Einschätzung Trittins dazu führen, dass weniger Radfahrer unterwegs seien – was die Unfallgefahr steigen ließe.
Um die Sicherheit für Radfahrer in der Stadt weiter zu erhöhen, müssten noch mehr Radstreifen eingerichtet werden, sagte Trittin. Die extra Spuren direkt auf der Fahrbahn seien nicht nur sicherer als Radwege auf den Bürgersteigen. „Sie stellen auch für alle sichtbar klar: Radfahrer sind Bestandteil des Straßenverkehrs.“ Dass dem Autoverkehr dadurch an vielen Stellen Platz genommen würde, fand der Fraktionschef nicht so dramatisch.
dpa/nbo





