Aus Wut über einen Mitarbeiter des Bürgeramtes Berlin-Prenzlauer Berg hatte ein 34-jähriger Berliner an der Tür des Gebäudes Feuer gelegt. Zum Prozessauftakt gestand der arbeitslose Industriemechaniker die Brandstiftung am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. Am 10. Juni 2010 hatte er Benzin vor dem Bürgeramt an der Fröbelstraße ausgeschüttet und angezündet. Die hölzerne Tür des Gebäudes fing Feuer und wurde angekokelt.

Nach dem Verlust seines Führerscheins hatte der Angeklagte einen neuen beantragt. Die 40 Euro Gebühr dafür habe er sich mühsam zusammengespart, erklärte der Hartz-IV-Empfänger. Der Führerschein wurde seinen Angaben nach wegen eines falsch ausgefüllten Formulars nicht bewilligt. Der Berliner gab dem Behördenmitarbeiter die Schuld daran.

Der Angeklagte hatte sich in Rage gesteigert, weil der Sachbearbeiter aus seiner Sicht nicht in der Lage war, das Formular korrekt auszufüllen. In seiner Wut kaufte er einen Kanister mit Benzin, das er kurz vor Mitternacht vor die Tür des Bürgeramtes kippte und anzündete. Zuvor habe er sich betrunken. Im Prozess sitzt ein Gutachter. Der Angeklagte könnte möglicherweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden.

dpa/sei