Drei Tage nach dem Tod des 18-jährigen Jussef el-A. in Neukölln ist die Trauer von Freunden und Familie groß. An der Fritzi-Massary-Straße legten auch am Mittwoch Freunde und Anwohner Blumen an der Stelle nieder, an der der Jugendliche nach dem tödlichen Messerstich zusammengebrochen war. Vor Ort wollten die Menschen mit ihrer Trauer alleine sein. Auf einer eigens eingerichteten Facebook-Seite drückten jedoch viele ihr Mitgefühl aus.

„Der Gedanke, ihn nie wieder zu sehen, sein Lachen zu hören oder ihn zu umarmen, ist unerträglich“, schrieb ein Nutzer. „Du bist nicht mehr hier, aber dafür in den Herzen aller“, kommentierte eine weitere Userin den Tod des 18-Jährigen. „Ich hoffe, du hast es dort oben schöner als hier“, so ein weiterer Post. Gleichzeitig wurde auf der Seite verkündet, dass die Beerdigung am kommenden Freitagnachmittag auf dem Islamischen Friedhof an der Sehitlik-Moschee in Neukölln stattfinden soll.

Der Andrang dürfte groß sein. Denn bereits am Mittwochnachmittag hatten mehr als 800 Personen angekündigt, zur Trauerfeier kommen zu wollen – auch wenn viele ihre Zusage eher als Beileidsbekundung verstanden haben dürften, ohne tatsächlich kommen zu wollen.In die Trauer mischt sich aber auch Wut, nachdem die Staatsanwaltschaft festgestellt hatte, dass der mutmaßliche Messerstecher, Sven N., in Notwehr gehandelt hatte. Ein dringender Tatverdacht gegen den 34-Jährigen bestehe nicht, teilte die Behörde mit.

Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte es einen Streit zwischen Jugendlichen auf einem Bolzplatz gegeben, den Sven N. und ein Freund, Oliver H., schlichten wollten. Als die Jugendlichen die Schlichter plötzlich angriffen, flüchteten die beiden Männer in die Wohnung von Oliver H. an der Fritzi-Massary-Straße. Die teilweise mit Messern und Dolchen bewaffneten Jugendlichen folgten ihnen. Als Sven N. auf der Straße wieder angegriffen wurde und flüchtete, stürzte er. Als er seine Verfolger über sich wähnte, stach er wahllos um sich und traf Jussef el-A. in die Brust.

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