Streik in Berlin

BVG will Busse zum Flughafen Tegel organisieren

Warnstreik bei der BVG: In Berlin droht am Sonnabend Stillstand. Busse und U-Bahnen bleiben in den Depots. Die Berliner Verkehrsbetriebe befürchten ein Chaos und versuchen, private Transportunternehmen zu aktivieren.

Foto: Getty Images/ Sean Gallup

Verdi-Chef Frank Bsirske hat den geplanten Warnstreik im Berliner Nahverkehr verteidigt und weitere Arbeitskämpfe angedroht. Von der Arbeitgeberseite erwarte er ein Angebot, das realen Zuwachs bringe und nicht reale Verluste programmiere.

„Da ist die BVG in Berlin noch nicht, ich hoffe, sie kommt bis Sonnabend dort hin“, sagte er am Donnerstag im „Morgenmagazin“ der ARD. Die BVG-Fahrer wollen am Sonnabend von 4 bis 19 Uhr die Arbeit niederlegen. 15 Stunden lang sollen weder U-Bahnen noch Busse oder Trams in der Hauptstadt fahren.

Für die allgemeinen Verhandlungen zum öffentlichen Dienst fordert Bsirske bereits in der ersten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot von den Arbeitgebern. Wenn das nicht komme, müsse mit Zuspitzung gerechnet werden. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld - mindestens aber 200 Euro.

Angesichts leerer Kassen in den Kommunen forderte Bsirske die Politik auf, bei der Erbschafts- und Unternehmensbesteuerung nachzulegen. „Auf der Einnahmeseite ist viel Luft nach oben“, sagte der Gewerkschaftschef.

Busse für den Flughafen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) befürchten massive Auswirkungen auch auf Touristen, Fußball-Fans und das Berlinale-Publikum. Geprüft werde derzeit, ob ein Notprogramm mit Fahrern privater Busunternehmen eingerichtet werden könne, erklärte eine Sprecherin. Rund acht Prozent der BVG-Leistungen würden auch im normalen Betrieb von privaten Unternehmen abgedeckt. „Wir versuchen, zumindest den TXL hinzukriegen.“ Der Flughafen Tegel (TXL) ist nur mit Bussen zu erreichen.

Die krisengeschüttelte Berliner S-Bahn will während des Warnstreiks alle verfügbaren Züge und Mitarbeiter einsetzen. Der Sonderverkehr zum Bundesligaspiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund werde wie gewohnt angeboten - mit fünf Zügen innerhalb von 20 Minuten. Die Bauarbeiten am Ostkreuz habe man kurzfristig nicht absagen können. Zwischen Ostkreuz und Lichtenberg fahren am Samstag auch keine Züge.

Auf einen Hilfseinsatz bereiten sich unterdessen private Stadtrundfahrt-Anbieter vor. „Wir rechnen damit, dass die BVG sich meldet und wir eine Art Schienenersatzverkehr fahren“, sagte ein Sprecher von Berlin-City-Tour. Reserve-Busse seien vorhanden. Er erwarte, dass angesichts des Warnstreiks auch mehr Touristen auf die regulären Stadtrundfahrt-Busse ausweichen.

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