Finanznot

Bezirk verkauft das Wilmersdorfer Rathaus

Durch den Verkauf des Verwaltungsstandortes soll der klamme Haushalt des Berliner Bezirks um etwa eine Million Euro entlastet werden. Die Bezirksverordneten müssen künftig im Rathaus Charlottenburg diskutieren.

Foto: M. Lengemann / Martin Lengemann

Das Rathaus Wilmersdorf soll nicht mehr Verwaltungsstandort sein. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf wolle das denkmalgeschützte Gebäude am Fehrbelliner Platz „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ aufgeben, sagte Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) am Dienstag Morgenpost Online. Der Haushalt des Bezirks könne dadurch um etwa eine Million Euro entlastet werden. Diese Entlastung soll sich schon auf den Haushalt 2012 auswirken. „Die Umzüge werden bestimmt bis zum nächsten Jahr dauern“, sagte Naumann.

Die Bezirksverordneten tagen bislang im Rathaus Wilmersdorf – sie sollen künftig im Rathaus Charlottenburg diskutieren. Auch die Ämter für Soziales, Jugend, Schule, Sport und Stadtentwicklung müssen umziehen – ebenfalls ins Rathaus Charlottenburg oder in das Dienstgebäude am Hohenzollerndamm. „Die 2150 Mitarbeiter der Bezirksverwaltung sollen künftig nur noch an zwei großen Standorten untergebracht werden“, so Naumann. „Wir werden die Nutzung dieser Gebäude optimieren.“ Es gebe leerstehende Räume. Vermietete Flächen sollen gekündigt werden. Der Kita-Eigenbetrieb Nordwest, der Büros im Rathaus Charlottenburg nutze, werde ausziehen.

Der Beschluss, das Rathaus Wilmersdorf aufzugeben, ist am Dienstag gefasst worden. Er ist Teil einer Vorlage des Bezirksamtes zum Haushaltsplan. 16,3 Millionen Euro müsse der Bezirk in diesem Jahr einsparen, sagte Naumann. Man wolle deshalb fast vollständig auf Investitionen verzichten und werde rund 3,1 Millionen Euro weniger für bauliche Unterhaltung bei Hochbau und Tiefbau ausgeben. Zudem sollen Grundstücke verkauft werden. Die Vorlage des Amtes wird den Bezirksverordneten am Donnerstag in erster Lesung vorgestellt. Die Verordneten haben drei Wochen Zeit, um darüber zu diskutieren. Zweite Lesung und Beschluss sollen am 8. März sein. Dann reicht der Bezirk den Haushaltsplan beim Senat ein. Was aus dem Gebäude wird, ist noch unklar.