Das Gedenken an die Räumung des einst besetzten Hauses „Liebig14“ in Berlin-Friedrichshain vor einem Jahr ist am Wochenende weitgehend friedlich geblieben. Mehr als 1000 Menschen protestierten am Sonnabend aus diesem Anlass gegen steigende Mieten. Die Polizei sprach von rund 1200 Teilnehmern, die sie nach eigenen Angaben mit einem Aufgebot von ebenso vielen Polizisten begleitete. Unter dem Motto „Return of the Living Dead!“ (“Rückkehr der Untoten“) hatten sich einige der 1200 Protestler als Zombies geschminkt, um ihren Unmut kundzutun. Der Demonstrationszug startete am Bersarinplatz und lief zur Proskauer Straße.

Bei der tatsächlichen Räumung war es vor einem Jahr gewalttätiger zugegangen. 2500 Polizisten und Wasserwerfer waren damals stundenlang im Einsatz gewesen. Es hatte Dutzende Festnahmen und Verletzte gegeben.

Noch vor einer Woche war es am Wochenende bei einer Demo gegen Polizeigewalt wieder zu Ausschreitungen gekommen. Fast 50 Polizeibeamte waren verletzt, mehr als 70 Menschen festgenommen worden. Linksautonome hatten zunächst in Neukölln zu randalieren angefangen. Die Krawalle setzten sich dann vor dem „Liebig14“-Haus an der Ecke Liebigstraße/Rigaer Straße bis in die Nacht fort. Beobachter sprachen von einem „Auftakt für mehrere Krawall-Wochen in Berlin“.

Am Freitagabend sah es dann zunächst auch so aus. Anhänger der Hausbesetzerszene griffen an der Oranienstraße in Kreuzberg Polizisten mit Steinen, Flaschen, Feuerwerk und Farbbeuteln an. Verletzte oder Festnahmen hatte es aber nicht gegeben. Am Donnerstag hatten Sympathisanten noch mit einer friedlichen Mahnwache vor dem „Liebig14“-Haus an die Räumung vor einem Jahr erinnert.

dpa/ap