Dreist

Hundesenior auf Gelände des Tierheims ausgesetzt

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Foto: Tierheim Berlin

Den Weg ins Berliner Tierheim fand der Halter von Terrier-Mix Lenny noch. Doch dann leinte er seinen Hund einfach neben einer Mülltonne an und verschwand unerkannt. Jetzt wird für den Senior ein neues Zuhause gesucht.

Auf dem Gelände des Tierheims Berlin in Falkenberg ist am Wochenende ein Hund ausgesetzt worden. Der etwa acht Jahre alte Vierbeiner war am Eingang des etwas abseits liegenden Exotenhauses neben einer Mülltonne angeleint und von seinem Halter zurückgelassen worden. „So etwas Dreistes passiert uns leider monatlich“, sagt Wolfgang Apel, Präsident des Berliner Tierschutzvereins. Schnell fiel einem aufmerksamen Pfleger der brav wartende Terrier-Mix mit der grauen Schnauze auf. Er wurde befreit und versorgt.

Der Hund wurde von den Mitarbeitern des Tierschutzvereins auf den Namen „Lenny“ getauft. Ein erster Check up beim Tierarzt ergab, dass der Rüde aufgrund seines Alters an leichten Gelenkproblemen leidet. Weitere Untersuchungen stehen noch an. Lenny ist nach Angaben des Tierheims kastriert und gehorsam.

Die Tierschützer vermuten, dass sich die Halter um die Abgabegebühr für den Vierbeiner drücken wollten. Wer seinen Hund ins Tierheim geben muss, zahlt eine Gebühr für eine tierärztliche Untersuchung, das Nachholen der gesetzlich vorgeschriebenen Mikrochip-Kennzeichnung und bei so genannten Listenhunden die Kastration.

Nun wird versucht, für Lenny ein neues Zuhause zu finden. Allerdings kann das aufgrund seines Alters sehr lange dauern. „Mitunter warten ältere Hunde oder Katzen sogar Jahre auf einen Menschen, der ein Herz für sie hat. Für ältere Tiere ist es leider viel schwieriger ein neues Zuhause zu finden als für junge“, sagt Wolfgang Apel. Inzwischen seien rund 15 Prozent der Tierheim-Hunde älter als sieben Jahre alt – Tendenz steigend.

Die Kosten für die Behandlung von häufig rassetypischen Krankheiten, wie die Diagnose auf eine Hüftgelenksdysplasie bei großen und schweren Rassen wie Schäferhunden oder Labradoren, ist erfahrungsgemäß einer der häufig genannten Gründe für die Abgabe von älteren Tieren. Viele Halter wollten oder könnten sich die Behandlung nicht leisten und seien überfordert, so der Tierschutzverein. Dabei haben ältere Hunde viele Vorteile: „In der Regel sind sie erzogen, wissen was man von ihnen will und können einem sofort der Begleiter sein, den man sich wünscht“, so Apel. „Die Dankbarkeit eines älteren Tierheim-Hundes für ein warmherziges Zuhause und seine lebenslange Treue sind kaum zu überbieten.“

Wer sich für Lenny interessiert, kann sich im Tierheim Berlin unter der Telefonnummer (030) 76 888 264 informieren. Das Berliner Tierheim im Internet.

( sei )