Die Lage bei der Berliner S-Bahn ist an diesem Mittwoch nochmals Thema im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Verkehrsexperten des Parlaments wollen sich in einer Anhörung von den Verantwortlichen darlegen lassen, wie weit die S-Bahn mit der Überwindung ihrer Krise ist. Wegen technischer Probleme bei den Fahrzeugen kann die S-Bahn seit Sommer 2009 nicht mehr das volle Verkehrsangebot bieten.
In den Ausschuss eingeladen sind unter anderen der Geschäftsführer der S-Bahn, Peter Buchner, der Bahn-Bevollmächtigte für Berlin, Ingulf Leuschel, und der Geschäftsführer der Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz. Nach Angaben aus dem Ausschuss hatte auch Bahnchef Rüdiger Grube sein Kommen zugesagt, dann aber wieder abgesagt. Die S-Bahn ist eine Tochter der Deutschen Bahn.
Die Abgeordneten verlangen auch Aufklärung über den Stromausfall in der S-Bahn-Leitzentrale am 15. Dezember. Er führte im Westteil Berlins zu einem dreistündigen Verkehrskollaps. Die Ursache ist zwar bekannt, es stellte sich aber die Frage, ob und wie eine Panne mit solch weitreichenden Folgen in Zukunft verhindert werden kann.
Ein Verkauf der S-Bahn GmbH an das Land ist seit vergangener Woche endgültig vom Tisch. Die Deutsche Bahn bekräftigte, sich nicht von ihrer Tochter trennen zu wollen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) strebt nun eine baldige Ausschreibung eines Teils des S-Bahn-Netzes für die Zeit nach 2017 an. Der Verkehrsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg mit der S-Bahn läuft Ende 2017 aus. Dann könnte ein neuer Betreiber das Beförderungsgeschäft übernehmen.
dpa/ap




