Berliner Nahverkehr

Fahrer krank -wieder Zugausfälle bei der S-Bahn

Die Pannenserie reißt nicht ab: Weil sich mehrere Fahrer kurzfristig krank gemeldet hatten, sind am Sonnabend mehrere S-Bahn-Züge in Berlin ausgefallen. Betroffen sind die Linien S2, S25, S45, S46 und S47.

Nach der schweren Panne bei der Berliner S-Bahn vom Donnerstag sind am Sonnabend erneut Züge ausgefallen. Mehrere Fahrer seien kurzfristig erkrankt , sagte ein Bahn-Sprecher zur Begründung. Betroffen von den Zugausfällen sind fünf S-Bahn-Linien am gesamten Tag, wie die S-Bahn informierte.

Die Bahn S45 zwischen dem Fernverkehrsbahnhof Südkreuz und dem Flughafen Schönefeld ist nur noch alle 40 Minuten unterwegs, die S46 und 47 im Südosten der Stadt fuhren eine verkürzte Strecke. Die S2 und S25, die Berlin von Nord nach Süd durchqueren, verkehrten am letzten Sonnabend vor Weihnachten nur noch im 20-Minuten-Takt. „Unsere Personaldecke ist eben nicht hundertprozentig gedeckt, da machen sich krankheitsbedingte Ausfälle sofort bemerkbar“, sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Die Kollegen hätten sich kurzfristig abgemeldet.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die alle Nahverkehrsmittel außer der S-Bahn betreiben, informierte die Fahrgäste auf digitalen Anzeigetafeln über die Bahn-Ausfälle „wegen kurzfristiger Erkrankung von Triebfahrzeugführern“. BVG-Sprecherin Petra Reetz äußerte Mitgefühl für die Bahn-Kollegen. Auf den Mitarbeitern laste nach zahlreichen Pannen ein enormer Druck. „Ich kann jeden verstehen, der sich krank fühlt und dann nicht die Verantwortung für hunderte Fahrgäste tragen will.“

Für die BVG sind an allen vier Adventswochenenden 60 zusätzliche Mitarbeiter im Dienst, die den Betrieb an Orten mit besonders viel Andrang unterstützen. Gibt es Ausfälle bei der S-Bahn oder der BVG, versucht das andere Unternehmen, dies auszugleichen. Dafür exitistiert eine Vereinbarung für den Ausgleich der Kosten. Zuletzt fuhr vor allem die BVG ihren Betrieb hoch. „Vor allem nach den beiden letzten Wintern werden wir da nochmal mit der Bahn in Verhandlungen treten“, kündigte Reetz an.

Am Donnerstag hatte die S-Bahn die bisher größte Panne erlebt : Nach einem Stromproblem stand der Verkehr in der gesamten Stadt für mehrere Stunden. Passagiere steckten in den Zügen fest. Am Freitagabend führte erneut ein Stromdefekt dazu, dass ein Zug mehr als eine Stunde zwischen Friedrichshagen und Erkner stand und das Gleis blockierte.

Die S-Bahn hat sich derweil nach Angaben ihres Sprechers bisher nicht dazu entschieden, ihre Kunden für die Ausfälle und Unannehmlichkeiten zu entschädigen. Als Kulanzlösung dürften sich lediglich Gäste Hoffnungen machen, die notgedrungen auf ein Taxi umgestiegen waren. Fahrgastverbände und Politiker hatten die Bahn dagegen aufgefordert, ihre Passagiere mit Freifahrten zu entschädigen.