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Neuköllner Gropius Passagen wechseln den Besitzer

Berlins größtes Shopping-Center, die Gropius Passagen in Neukölln, werden für 341 Millionen Euro verkauft. Außerdem ändert sich einiges bei den Berliner Einkaufszentren, weitere Einrichtungen sind bereits im Bau.

Foto: Massimo Rodari

Berlins größtes Shopping-Center wird jetzt selbst verkauft: Die Gropius Passagen in Neukölln wechseln für 341 Millionen Euro den Besitzer. Der Eigentümer, ein Immobilienfonds der WealthCap – einer der weltweit größten Anbieter geschlossener Immobilienfonds – hatte den 3000 Anlegern der H.F.S Immobilienfonds 11 vorgeschlagen, das Einkaufszentrum zu veräußern. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Fondsanleger zugestimmt haben.

Branchenkenner sind vom Verkauf des Centers nicht überrascht. „Berliner Handelsimmobilien sind bei Pensionskassen und Fondsgesellschaften auch international äußerst beliebt“, sagt Rüdiger Thräne, Berliner Niederlassungsleiter beim Immobilien-Dienstleister Jones Lang LaSalle (JLL). Das Transaktionsvolumen gewerblich genutzter Immobilen werde auch in diesem Jahr – wie bereits 2010 – die zwei Milliarden-Euro-Marke knacken. „Der Verkauf der Gropius Passagen spielt dabei eine gewichtige Rolle“, so Thräne.

Mfi offenbar der Käufer

Die Gropius Passagen wurden von 1994 an errichtet. Dabei war der Anfang noch vergleichsweise bescheiden: Der erste Bauabschnitt wurde 1996 mit 35.000 Quadratmetern eröffnet, 1997 folgte der zweite Bauabschnitt mit 34 Geschäften. Mittlerweile ist das Center mit 85.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das mit Abstand größte Einkaufszentrum Berlins. Die Passagen bieten Platz für mehr als 180 Geschäfte, ein Warenhaus Galeria Kaufhof, mehrere Restaurants und Cafés, ein Multiplex-Kino sowie 2100 Parkplätze in drei Parkhäusern. Zum Vergleich: Das 2007 eröffnete „Alexa“ am Alexanderplatz kommt auf 54.000 Quadratmeter und wechselte im vergangenen Jahr den Besitzer: Der portugiesische Investor Sonae Sierra und die französische Foncière Euris, die in den Bau 290 Millionen Euro investiert hatten, verkauften 91 Prozent der Anteile des Einkaufszentrums für rund 316 Millionen Euro an Union Investment.

Käufer der Gropius Passagen ist nach Informationen von Morgenpost Online der zum Finanzinvestor Perella Weinberg gehörende deutsche Shopping-Center-Betreiber Mfi. Mfi betreibt in Berlin bereits vier Shopping-Arcaden und „Die Mitte“ am Alexanderplatz. Der neue Eigentümer Mfi wollte sich am Donnerstag noch nicht über den Ankauf äußern.

Hauptstadt der Einkaufszentren

Obwohl Berlin schon über ein dichtes Netz an Shopping-Centern verfügt – aktuell listet die Industrie- und Handelskammer (IHK) 59 Einkaufszentren im Berliner Stadtgebiet auf, im Umland der Hauptstadt befinden sich weitere 15 – sind weitere bereits im Bau.

An der Schloßstraße in Steglitz wird nächstes Jahr der „Boulevard Berlin“ eröffnet – mit 76.000 Quadratmetern. Und auch für ein Shopping-Center mit rund 50.000 Quadratmetern am Leipziger Platz in Mitte sind die Bagger angerollt. Eröffnung soll im Herbst 2013 gefeiert werden. Bauherr dort ist erneut Harald Huth, der nicht nur „Das Schloss“ in Steglitz, sondern in den 90er-Jahren bereits die Gropius Passagen errichtet hat.

Die Liebe der Projektentwickler und Investoren zu Shopping-Centern in der Hauptstadt sei verständlich, findet Branchenkenner Rüdiger Thräne. „Ein gut funktionierendes und voll vermietetes Einkaufszentrum ist eine sichere Anlage“, sagt er.

So habe JLL in diesem Jahr mehrere Groß-Transaktionen im Shopping-Bereich betreut. Im Mai 2011 etwa den Verkauf des auf dem Alexanderplatz gelegenen Centers „Die Mitte“ mit 22.000 Quadratmetern Nutzfläche an einen privaten Käufer aus der Türkei. Das Unternehmen Hines hatte 100 Millionen Euro in den Neubau investiert, über den jetzt erzielten Verkaufspreis wurde jedoch Stillschweigen vereinbart.

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