Occupy-Bewegung

Kapitalismusgegner demonstrieren in Berlin-Mitte

| Lesedauer: 2 Minuten

"Die Krise heißt Kapitalismus" - unter diesem Motto haben rund 1000 Menschen in Berlin-Mitte gegen die globalisierte Finanz- und Wirtschaftspolitik protestiert.

Bis zu 1000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Sonnabend in Berlin-Mitte gegen den Kapitalismus und die Macht der Banken demonstriert. Unter dem Motto „Die Krise heißt Kapitalismus“ zogen die Demonstranten mit Transparenten vom Neptunbrunnen am Roten Rathaus quer durch die Mitte Berlins bis zum Reichstag.

Auf Schildern war zu lesen: „Occupy Berlin - we are 99 percent“. Einige Demonstranten hatten sich mit Masken verkleidet, die zum Symbol der Occupy-Bewegung geworden sind. Andere hatten sich mit Anzügen, Sonnenbrillen und Champagner als „Reiche“ kostümiert und mischten den Demonstrationszug mit ironischen Parolen wie „Reichtum den Reichen. Arme raus!“ auf.

Das Bündnis forderte unter anderem radikale Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich, einen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde und die Vergesellschaftung der Banken. Zudem sprechen sich die Initiatoren für eine Rekommunalisierung privatisierter Betriebe der öffentlichen Daseinsfürsorge aus.

Zum Schluss der Demonstration versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers noch rund 500 Menschen friedlich vor dem Reichstag, bevor sich die Ansammlung auflöste.

Die Occupy-Bewegung, die ihre Ursprünge in Spanien hat und von der New Yorker Wall Street aus zurück nach Europa getragen wurde, stellt sich vor allem gegen die Macht der Banken. Die Aktivisten kämpfen aber vor allem für mehr Demokratie.

Auch in Frankfurt am Main demonstrierten am Sonnabend mehrere hundert Menschen. Einem Aufruf zu weltweiten Demonstrationen am 15. Oktober im Namen von Occupy waren in Berlin bis zu 10.000 Menschen gefolgt.

Eine von dem Bündnis ursprünglich gewünschte Route über die Straße Unter den Linden war von der Versammlungsbehörde wegen einer anderen Veranstaltung verändert worden, wie ein Polizeisprecher sagte. Zwischenfälle gab es nach Angaben des Sprechers bei der Demonstration zunächst nicht.

( dapd/dpa/mim )