20.000 Quadratmeter

Aufbau Verlag eröffnet Kulturhaus in Berlin

Der Aufbau Verlag hat am Freitag offiziell sein neues Kulturhaus in Berlin-Kreuzberg eröffnet. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte bei der Feier, mit dem Aufbau-Haus könne sich die Bundeshauptstadt weiter als Literaturstandort profilieren.

Marktplatz für Kreative: Der traditionsreiche Aufbau Verlag hat am Freitag in Berlin ein neues Kulturhaus eröffnet. In dem fast 20.000 Quadratmeter großen Gebäude im Stadtteil Kreuzberg sind neben dem Verlag eine Buchhandlung, ein Theater, mehrere Galerien und ein großes Geschäft für Künstlerbedarf untergebracht.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte bei der Feier, mit dem Aufbau Haus könne sich die Bundeshauptstadt weiter als Literaturstandort profilieren. „Wir sind eine Stadt der Autoren, wir sind aber Gott sei Dank auch wieder eine Stadt der Verlage“, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf den wieder erstarkten Aufbau Verlag und den nach Berlin umgezogenen Suhrkamp Verlag.

Eigentümer und Finanzier der Hauses ist der Kaufmann Matthias Koch, dem der Aufbau Verlag gehört. „Mit dem Haus ist eine alte Idee meiner Familie Wirklichkeit geworden, ein Künstlerhaus zu schaffen, in dem Kulturschaffende aller Sparten arbeiten, ihre Werke ausstellen und alles einkaufen können, was sie für ihre Produktion brauchen“, sagte Koch.

Als der Unternehmer 2008 den Aufbau Verlag übernahm, stand das Traditionshaus vor dem Ruin. Im vergangenen Jahr konnte der einst größte Literaturverlag der DDR immerhin wieder einen Umsatz von 14 Millionen Euro erzielen. Für eine dauerhafte Behauptung am Markt sucht Koch eigenen Angaben zufolge derzeit neue Partner. Eine Übernahme des insolventen Frankfurter Eichborn Verlags ist gescheitert.

Hauptmieter im neuen Aufbau Haus ist neben dem Verlag mit knapp 50 Mitarbeitern die Firma Modulor, die vom Bleistift bis zu Lochplatten alles verkauft, was Architekten und Künstler für ihre Arbeit brauchen. Zudem gibt es eine Stiftung, die sich um benachteiligte Jugendliche kümmert, und auf dem Dach den Kindergarten Wildfang. „Das ist eine Art Ort, wie wir uns Leben und Arbeit in der Stadt vorstellen“, sagte der Sprecher des Mietervereins, Andreas Krüger.

Die Mieten sind mit 7 Euro pro Quadratmeter für moderne Gewerberäume vergleichsweise moderat. In alten Fabriken und leerstehenden Gebäuden können Künstler in Berlin allerdings auch schon für deutlich weniger Geld Arbeitsräume bekommen. Der Verlag hatte das Haus schon im Juni bezogen. Bis auf 1000 Quadratmeter sind laut Koch jetzt alle Flächen vermietet.