Geplante Charité-Kooperation

Merkel besucht Max-Delbrück-Zentrum in Berlin

Der Berliner Senat will die Forschungsbereiche der Charité so zügig wie möglich mit dem Max-Delbrück-Zentrum zusammenlegen. Aus diesem Grund hatte der Besuch der Kanzlerin im MDC am Dienstag überregionale Bedeutung.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag das Berliner Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin (MDC) besucht. Dabei bekräftigte MDC-Vorstand Walter Rosenthal erneut die Kooperationspläne mit der Berliner Charité. Die Kanzlerin ging auf die konkreten Pläne nicht ein. Zuvor hatte sie aber erklärt, dass sie in Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen kein Tabu mehr sehe und sie dort, wo es sich inhaltlich anbiete, sinnvoll seien. Sie verwies auch auf das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Pionier solcher neuartiger Kooperationsformen von Universität und Forschungszentren.

Der Besuch der Kanzlerin war wegen der geplanten Kooperation zwischen MDC und Charité überregionale Bedeutung beigemessen worden, weil derzeit in allen Parteien über den Fortbestand des seit 2006 bestehenden Kooperationsverbotes von Bund und Ländern in der Bildungsfinanzierung und über eine mögliche Grundgesetzänderung diskutiert wird.

Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) möchte das zu 90 Prozent vom Bund finanzierte MDC mit dem Forschungsbereich der vom Land Berlin finanzierten Charité Universitätsmedizin zu einem deutschen Harvard der Medizinforschung verschmelzen. Eine gemeinsame Stiftung sei derzeit das „Mittel der Wahl“, sagte Zöllners Sprecher Christian Walther am Rande des Besuchs.

So würde die verschuldete Charité auch nach Auslaufen der Exzellenzinitiative 2017 auf eine gesicherte finanzielle Basis gestellt werden. Das Grundgesetz, das eine Finanzierung von Hochschulen, die Ländersache sind, durch den Bund verbietet, macht eine Zusammenarbeit schwierig. Derzeit suchen beide Partner deshalb nach Lösungen, die keiner Grundgesetzänderung bedürfen.

Auf dem Gelände des Campus Buch gibt es bereits seit 2007 eine von MDC und Charité betriebene Forschungseinrichtung, das Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Dort arbeiten Grundlagenforscher und klinische Forscher aus beiden Häusern zusammen. Rosenthal bekräftigte erneut: „Wir können uns durchaus vorstellen, in weitere Formen der Zusammenarbeit einzutreten.“

Merkel äußerte sich in der Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlern des MDC eher allgemein zur Bedeutung der Wissenschaft und Nachwuchsförderung. Deutschland habe weder bedeutende Bodenschätze noch Geldreserven. Das einzige Potenzial sehe sie in Wissenschaft und Forschung und in der Implementierung der Ergebnisse in der Produktion. „Wenn wir da nicht mehr stark sind, werden wir unsere Wohlstand nicht halten können und für weite Teile der Welt völlig uninteressant werden“, sagte Merkel.