Tarifkonflikt

Gewerkschaft droht bei der BVG mit Warnstreiks

Die Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben stecken offensichtlich fest. Das könnten schon ab Dienstag die BVG-Fahrgäste zu spüren bekommen. Ver.di hat Warnstreiks angedroht, falls sich bei den Verhandlungen am Montag nichts bewegt.

Foto: Massimo Rodari

Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe müssen sich in der nächsten Woche auf lange Wartezeiten durch Warnstreiks einstellen. Ab Dienstag könnten die U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnfahrer zeitweilig die Arbeit niederlegen, falls es bei den Tarifverhandlungen am Vortag kein Ergebnis gebe, sagte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Frank Bäsler am Freitag. „Wir führen seit neun Monaten mit der BVG Tarifverhandlungen, bislang ohne Erfolg“, fügte er hinzu.

Verdi will bessere Arbeitsbedingungen vor allem für Beschäftigte im Fahrdienst erreichen. Es geht der Gewerkschaft um Ruhezeiten und Pausen sowie um eine Begrenzung von Überstunden. Zudem strebt Verdi eine Beschäftigungssicherung für alle BVG-Mitarbeiter im Fall von gesundheitlichen Einschränkungen oder Berufsunfähigkeit an. Den bisherigen Manteltarifvertrag hatte die Gewerkschaft zum 30. Juni gekündigt.

Um Löhne und Gehälter geht es in dem aktuellen Streit nicht. Seit Mai erhalten die BVG-Beschäftigten 1,2 Prozent mehr Geld. Das sah der im Februar 2010 ausgehandelte Gehaltstarifvertrag vor. Er läuft noch bis 2012.

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) kritisierte die Warnstreikandrohung und unterstellte der Gewerkschaft Stimmungsmache vor der Abgeordnetenhauswahl. „Mit völligem Unverständnis nehmen wir die Streikandrohung von ver.di zur Kenntnis und fordern die Gewerkschaft auf, nicht mit unnützen Drohgebärden das Verhandlungsklima zu gefährden“, sagte die Verhandlungsführerin und KAV-Geschäftsführerin Claudia Pfeiffer. Die BVG habe sich bereits kompromissbereit gezeigt und immer wieder verbesserte Angebote vorgelegt.