Bei einer Schießerei in Berlin-Wedding sind am Donnerstagvormittag zwei Frauen getötet und ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Vermutlich war eine Trennung Auslöser für den Mordanschlag. Unter Tatverdacht steht der 25 Jahre alte Mehmet Y., nach dem die Polizei noch fahndet. Es handelt sich um den Ex-Ehemann einer der drei Frauen, die in dem Auto gesessen hatten. Wie die Polizei berichtete, hatte der Täter vormittags an der Kolberger Straße mit einer Pistole das Feuer auf ein Auto eröffnet, in dem die beiden 22 und 45 Jahre alten Frauen saßen. Der Täter flüchtete anschließend laut Zeugenaussagen zu Fuß in Richtung Pankstraße.

Wie eine Zeugin bestätigte, hatte ein Mann um 10.20 Uhr an der Wiesen- Ecke Kolberger Straße mehrfach auf ein Auto gefeuert, in dem zwei Männer und drei Frauen saßen. Dabei soll er zunächst auf die Fahrertür zugegangen und einen Schuss abgefeuert haben. Dann sei er zur Beifahrerseite des dunkelfarbigen Mitsubishis gewechselt und habe dort durch die Scheibe geschossen. Schließlich feuerte er durch die Heckscheibe auf die hinten sitzenden Frauen. Sie sollen alle türkischer Herkunft sein.

Eine der Frauen starb sofort in dem Kugelhagel, die zweite später im Krankenhaus. Die Zeugin will insgesamt sechs Schüsse gehört haben. Notfallmediziner behandelten zwei der getroffenen Mitinsassen - eine 22-jährige Frau, die Stunden später im Krankenhaus ihren Kopfwunden erlag, und einen Mann. Der 27-Jährige kam mit Verletzungen am Kopf ins Krankenhaus. Zwei weitere Fahrzeuginsassen – eine 24-jährige Frau und ein gleichaltriger Mann - blieben körperlich unverletzt, mussten aber wegen eines schweren Schocks behandelt werden. Auch Zeugen des Geschehens wurden wegen Schockerscheinungen behandelt.

Nach Informationen von Morgenpost Online konnten die Überlebenden des Anschlags den Täter beschreiben und dessen Namen nennen. Die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der Ermittlungen, die die 3. Mordkommission in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen hat. Derzeit geht die Polizei von einer Beziehungstat aus. Die Fahndung nach dem 25-jährigen mutmaßlichen Schützen läuft auf Hochtouren. Zu den Personalien der Opfer lagen zunächst keine genauen Angaben vor. Nach Polizeiangaben hatten die Schwerverletzten vor der Fahrt ins Krankenhaus noch Angaben zum Täter machen können.

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen jetzt nach dem tatverdächtigen Mehmet Y. Sie fragen:

Wer kann Angaben zu den Geschehnissen am Tatort machen?

Wer kann Hinweise zum derzeitigen Aufenthaltsort von Y. geben?

Hinweise nehmen die 3. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Berlin-Schöneberg unter der Rufnummer (030) 4664- 911333 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Das Bild des Gesuchten finden Sie auf der Internetseite der Berliner Polizei.

BMO/plet/ap/dpa/nbo