Gewalt

Berliner will Tochter schützen und wird verprügelt

Vier Jugendliche haben am U-Bahnhof Ullsteinstraße in Berlin-Tempelhof einen 53-Jährigen zusammengeschlagen. Der Mann hatte seine Tochter vor einem Angriff schützen wollen.

Erneut ist es in einem U-Bahnhof zu einem gewalttätigen Übergriff gekommen. Am Montagabend wurde ein 53 Jahre alter Mann in Berlin-Tempelhof von mehreren Jugendlichen attackiert und schwer verletzt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Zwei der vier Schläger sind erst 13 Jahre alt. Das Opfer kam mit Gesichtsverletzungen und einem Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus. Die Polizei konnte drei von vier Tatverdächtigen stellen, einem 15-Jährigen gelang die Flucht.

Der 53-Jährige wollte gegen 17.35 Uhr mit seiner 22 Jahre alten Tochter den U-Bahnhof Ullsteinstraße betreten, als sich den beiden plötzlich ein Jugendlicher in den Weg stellte. Als der aggressive Minderjährige nicht ausweichen wollte, kam es nach Polizeiangaben zu einer Rempelei mit der 22-Jährigen. Der Jugendliche griff die junge Frau an und wollte sie schlagen. Der Vater ging schützend dazwischen und wurde nun selbst von dem Jugendlichen und drei Komplizen attackiert. Der 53-Jährige ging bei dem Angriff zu Boden, wurde aber dennoch weiter geschlagen und getreten, bevor die Angreifer endlich von ihren Opfer abließen und die Flucht ergriffen. Die Tochter rief unterdessen laut um Hilfe und alarmierte die Polizei.

Kurz darauf entdeckten Zivilbeamte der Polizei bei der Suche nach den Tätern vier Verdächtige in Höhe des Zugangs zum Wenckebach-Krankenhaus in der Albrechtstraße. Die Jugendlichen versuchten zwar zu fliehen, konnten jedoch bis auf einen nach kurzer Verfolgung gefasst werden.

Suche nach 15-Jährigem

Laut Polizei handelt es sich bei den Tatverdächtigen um einen 16-Jährigen und zwei 13 Jahre alte Kinder. Ein inzwischen durch ein Foto identifizierter 15-Jähriger werde noch gesucht. Die Polizei hat jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die beiden strafmündigen Tatverdächtigen eingeleitet. Die mutmaßlichen Täter wurden wieder auf freien Fuß gesetzt.

Vergleichsweise glimpflich verlief ein weiterer Zwischenfall in Mitte. Ein volltrunkener Mann hatte am Alexanderplatz in einem U-Bahnzug Fahrgäste mit einem Baseballschläger bedroht. Ein Zeuge hatte den Notruf ausgelöst, Mitarbeiter er BVG alarmierten dann die Polizei. Beamte entdeckten den Mann in einem Zug der U8 in Fahrtrichtung Neukölln und nahmen den 39-Jährigen vorläufig fest. Die Beamten stellten den Baseballschläger sowie ein gestohlenes Wahlplakat der CDU sicher und ordneten eine Blutprobe an, die 3,67 Promille ergab. Ein Richter entschied, den 39-Jährigen in Polizeigewahrsam zum Ausnüchtern zu schicken. Gegen ihn wird wegen Bedrohung und Sachbeschädigung ermittelt.

Die Polizei setzt zur Bekämpfung der Kriminalität im Nahverkehr der Hauptstadt seit Mai 60 zusätzliche Beamte in U-Bahnhöfen ein. Die Entscheidung ist eine Reaktion auf mehrere schwere Gewaltexzesse auf U-Bahnhöfen. So war im Februar ein 29 Jahre alter Handwerker in Lichtenberg von Jugendlichen ins Koma geprügelt worden. Der Mann ist bis heute nicht vollständig genesen. Zuletzt waren vor zwei Wochen im U-Bahnhof Zoologischer Garten zwei Männer von einem 19-Jährigen durch Messerstiche schwer verletzt worden. Ein 20-Jähriger konnte damals nur durch eine Notoperation gerettet werden. Der Täter stellte sich vier Tage später der Polizei.