Bewährungsstrafe

Berliner Schläger fünf Jahre nach der Tat verurteilt

Seine Tat liegt bereits fünf Jahre zurück, doch erst jetzt wurde ein Berliner dafür verurteilt. Er hatte im Oktober 2006 in der S-Bahn einen Fahrgast bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt. Der 31-Jährige kam mit Bewährung davon.

Fast fünf Jahre nach einem Angriff auf einen S-Bahn-Fahrgast ist ein Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Das Landgericht Berlin befand den 31-Jährigen am Montag für schuldig, im Oktober 2006 einen Mann in der S-Bahn-Linie 7 bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt zu haben.

Er hatte den Kopf des Opfers gegen eine Haltestange geschlagen und dann auf den am Boden liegenden Mann eingetreten. Der junge Mann verlor das Bewusstsein und erlitt einen Nasenbeinbruch.

Die Bewährungsstrafe wurde unter anderem mit der überlangen Verfahrensdauer begründet. Auch hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und war zum Tatzeitpunkt aufgrund einer drogenbedingten psychischen Erkrankung vermindert steuerungsfähig.

Verfahrensverzögerung „nicht zu erklären“

Die Richterin verwies darauf, dass das Verfahren „lange nicht weitergeführt wurde“. Diese Verzögerung sei „nicht zu erklären“. Die Staatsanwaltschaft hatte erst im vergangenen Jahr Anklage erhoben, obwohl bereits 2008 ein erstes Gutachten zum Angeklagten vorlag. Strafmildernd war ebenso, dass auch das spätere Opfer zur Auseinandersetzung beigetragen hatte. Der Prozess ergab, dass der Kontrahent den Mann provoziert hatte.

Der 31-Jährige räumte im Verfahren ein, dass damals „immer irgendwelche schlimmen Dinge“ passiert seien. Seine schlechte Lebenssituation habe sich durch den Alkohol- und Drogenmissbrauch manifestiert, sagte er. Eigenen Angaben nach nahm er seit seinem 13. Lebensjahr Drogen und lebte zum Tatzeitpunkt in einem Obdachlosenheim. Er ist wegen Körperverletzung sowie Drogendelikten geringfügig vorbestraft.

Der Angeklagte habe es allerdings „aus eigener Kraft geschafft, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen“, hieß es im Urteil. Daher wurde die Strafe unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt. Er darf unter anderem keine Drogen und keinen Alkohol mehr konsumieren. Ferner wurde verhängt, dass er seine ambulante Therapie fortsetzen muss.