Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Nach Angaben von Maren Kern, Vorstand des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), standen im Jahr 2010 von 700.000 Wohnungen im Verband rund 20.100 Wohnungen leer. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als 2009. Im Zehn-Jahres-Vergleich sank der Leerstand um die Hälfte. Insgesamt, sprich bei allen Vermietern, stünden derzeit in Berlin 80.000 Wohnungen leer.
Der BBU vertritt nach eigenen Angaben in Berlin und Brandenburg 356 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 1,1 Millionen Wohnungen. Das entspricht 40 Prozent des Wohnungsbestandes von Berlin und 50 Prozent der Bestände in Brandenburg. Darunter fallen in beiden Ländern 2,3 Millionen Mieter.
Kern zufolge haben sich der Ost- und der Westteil Berlins beim Thema weitgehend angeglichen. Wegen Sanierungsstaus gebe es im ehemaligen West-Berlin sogar etwas mehr Leerstand.
Der stärkste Leerstands-Rückgang sei 2010 in Tiergarten (minus 1,4 Prozent), Spandau (minus 1,3 Prozent) und im Wedding (minus 1 Prozent) registriert worden. Kern: „Wedding kann immer besser von seiner innerstädtischen Lage profitieren. Die Investitionen der Wohnungsunternehmen in Wohnungen und Wohnumfeld unterstützen diese Entwicklung.“
Die meisten leeren Wohnungen habe es in Hellersdorf (Quote von 5,9 Prozent), Zehlendorf (5,7 Prozent) und Reinickendorf (5,3 Prozent) gegeben, hier vor allem "modernisierungsbedingt", heißt es. „Dass Leerstandsquoten in östlichen und westlichen Bezirken sich angleichen zeigt, wie sehr die innere Einheit Berlins vorangeschritten ist“, sagte BBU-Vorstand Maren Kern.
Die größten Zuwächse beim Leerstand habe es 2010 in Pankow und Steglitz gegeben. Hintergrund sei hier, so Kern, die niedrige Ausgangsbasis: "Leerstände aufgrund größerer Modernisierungsprojekte bewirken deshalb einen besonders deutlichen Anstieg des Leerstands und verzerren das Gesamtbild."
Der Anteil der von Mietern gekündigten Wohnungen ist 2010 zum wiederholten Mal gesunken. Mit zuletzt 8,2 Prozent liegt er nach BBU-Angaben im Berliner Mittel um 1,2 Prozentpunkten unter dem Niveau von 2002 (9,4 Prozent), dem ersten Jahr einer detaillierten Erfassung dieses Wertes durch den Verband. „Das sind rund 8000 Umzüge weniger im Jahr. Das ist beträchtlich“, sagte Kern.
Sie forderte vom Berliner Senat, umgehend Rahmenbedingungen für Neubauten zu schaffen. Berlin befinde sich perspektivisch auf dem Weg zu einem „Angebotsproblem“ bei Wohnungen. Für die Stadt werde bis zum Jahr 2020 ein Anstieg um bis zu 130.000 Haushalte erwartet.
dapd/sei





