Die Berliner Wirtschaft befindet sich nach Darstellung von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) auf Wachstumskurs. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2010 um 2,7 Prozent, nachdem es ein Jahr zuvor um 0,5 Prozent gesunken war, wie Wolf am Mittwoch unter Bezug auf Angaben des Amts für Statistik mitteilte. Damit übertreffe Berlin bereits das wirtschaftliche Vorkrisenniveau. Die Wirtschaft forderte vom Senat, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wolf sieht in dem BIP-Zuwachs ein Zeichen, „dass die Hauptstadt sich auf gutem Weg befindet und an wirtschaftlicher Stärke gewonnen hat“. In Deutschland insgesamt sei das Bruttoinlandsprodukt 2010 zwar um 3,6 Prozent gewachsen, allerdings hatte es ein Jahr zuvor einen Rückgang um 4,7 Prozent gegeben.
Prognose von 2,5 Prozent Zuwachs
Der Senator zeigte sich erfreut, dass zum Wachstum auch die Industrie beigetragen habe. Sie habe die Bruttowertschöpfung 2010 um real 5,8 Prozent erhöht und Anfang 2011 auch bei der Zahl der Arbeitsplätze wieder über dem Vorjahresniveau gelegen. Unterstützt durch die Investitionen aus dem Konjunkturpaket II sei im Baugewerbe die Wertschöpfung um 4,2 Prozent gestiegen. Auch der Dienstleistungssektor habe einen wichtigen Beitrag zum Wachstum geleistet.
Wolf äußerte sich zuversichtlich, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Hauptstadt auch 2011 anhält. „Die Berliner Wirtschaft wird im laufenden Jahr weiter zulegen“, sagte er. Bereits Anfang 2011 sei das Geschäftsklima in der Wirtschaft laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) günstig ausgefallen, und die Aufträge bei Industrie und Bau hätten über dem Vorjahresniveau gelegen.
Wolf erwartet für 2011 ein Wachstum von etwa 2,5 Prozent. Dies sei eine vorsichtige Schätzung, weil der weitere Konjunkturverlauf angesichts der jüngsten globalen Entwicklungen nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet sei.
In Infrastruktur investieren
Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter forderte den Senat auf, seine Hausaufgaben zu machen. Das Wachstum müsse gesichert und für mehr Beschäftigung gesorgt werden. Noch habe Berlin bei der Infrastruktur einen erheblichen Nachholbedarf.
Wiesenhütter bekräftigte die Forderung nach der Verlängerung der umstrittenen A 100 und dem Bau der Tangentialverbindung Ost zwischen Adlergestell und Alt-Biesdorf. Zugleich warf er dem Senat vor, bei der Verkehrsprognose für den am Vortag beschlossenen Stadtentwicklungsplan Verkehr weniger Beschäftigung zugrunde gelegt zu haben. Dies müsse korrigiert werden.



