Vereinfacht gesagt: Die Summe aller wirtschaftlichen Leistungen von Unternehmen, Konsumenten und staatlicher Stellen ist höher als 2008. Für 2010 rechnet Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,2 Prozent.
Damit ist das Wachstum in der Hauptstadt zwar deutlich geringer als im ganzen Land. Für Deutschland erwartet beispielsweise die Bundesbank einen Zuwachs von 3,6 Prozent in diesem Jahr. Die offizielle Wachstumsprognose der Bundesregierung liegt bei 3,4 Prozent. Diese immense Dynamik in Deutschland hat unmittelbar mit dem Absturz 2009 zu tun. Vergangenes Jahr schrumpfte Deutschlands Wirtschaft um fünf Prozent. In Berlin hingegen ging das BIP nur um 0,7 Prozent zurück. Dementsprechend fällt die Aufholjagd in der Hauptstadt weniger rasant aus als im übrigen Bundesgebiet.
Das liegt unter anderem daran, dass Berliner Unternehmen relativ wenige Industriegüter ins Ausland exportieren. In der Hauptstadt dominieren Dienstleistungen; die meisten Firmen erstellen ihre Produkte für den Binnenmarkt.
Trotzdem zeigt sich die Industrie, deren Betriebe rund 100 000 Arbeitsplätze stellen, in Berlin erstaunlich stark. Laut Konjunkturbericht stiegen im dritten Quartal 2009 die Bestellungen um fast 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Tourismus boomt: Zwischen Juli und September kamen 2,5 Millionen Besucher in die Stadt - ein Plus im Jahresvergleich von 8,7 Prozent.
Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird besser. Derzeit gibt es in Berlin 1,44 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs und damit 19 200 mehr als ein Jahr zuvor. Dennoch hat die Hauptstadt immer noch die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Im November lag sie bei 12,6 Prozent und damit deutlich über dem Bundesschnitt von sieben Prozent.
Für 2011 erwartet Wolf ein Wachstum von zwei Prozent auch dank Impulsen aus der Industrie. Die Bundesregierung erwartet für ganz Deutschland im kommenden Jahr einen Wirtschaftszuwachs von 1,8 Prozent. Gelingt es Berlin, stärker als der Bund zu wachsen, würde die Hauptstadt weiter aufholen.
Steigende Löhne
Die günstige Lage in Deutschland führt der Bundesbank zufolge auch zu steigenden Löhnen. Zunächst allerdings nur moderat: Nachdem sie in diesem Jahr wohl um 1,6 Prozent steigen, sollen sie 2011 auch nur um 1,5 Prozent zulegen. Grund für die niedrigen Zuwachsraten sind viele Tarifverträge, die in der Krisenzeit abgeschlossen wurden und bis in das kommende Jahr hinein laufen. Für 2012 erwarten die Ökonomen deshalb ein kräftigeres Gehaltsplus von 2,2 Prozent.
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