Der Berliner Senat hat weitere Verträge und Dokumente zum Teilverkauf der Berliner Wasserbetriebe (BWB) im Jahr 1999 ins Internet gestellt. Dabei handelt es sich laut Finanzverwaltung um Verträge zwischen verschiedenen Firmen der Berlinwasser-Gruppe, um Verträge der Firmen mit dem Land sowie um Verträge mit anderen Unternehmen. Zu den Dokumenten gehören auch ein Protokoll einer Aufsichtsratssitzung der Wasserbetriebe und ein Vertrag zwischen Land und Wasserbetrieben über die Nutzung des Grundwassers. Seit Donnerstagabend könnten die Dokumente, die viele hundert Seiten umfassen, herunterladen werden, sagte ein Sprecher der Finanzverwaltung am Freitag.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte nach dem erfolgreichen Volksentscheid zur Veröffentlichung aller Wasserverträge angekündigt, der Senat prüfe, ob er weitere Unterlagen ins Internet stelle. Mitte Februar hatten beim ersten erfolgreichen Volksentscheid in der Geschichte Berlins knapp 666 000 Berliner für die Offenlegung sämtlicher Verträge zur Teilprivatisierung der Wasserwerke gestimmt.

Das Bundeskartellamt kritisierte unterdessen in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Brief die hohen Wasserpreise in Berlin. Ein Kubikmeter Trinkwasser, der 2,17 kostet, sei um etwa 25 Prozent oder rund 50 Cent zu teuer, schrieben die Wettbewerbshüter an die Wasserbetriebe. Diese verteidigten sich und wiesen auf die Verträge hin, die dem Land Berlin und den Konzernen Veolia und RWE hohe Gewinne aus dem Wassergeschäft garantierten.

dpa/tj