Nach dem Rücktritt des schwer kranken Erzbischofs, Georg Kardinal Sterzinsky, leitet Weihbischof Matthias Heinrich (56) das Erzbistum Berlin bis zum Amtsantritt eines neuen Erzbischofs. Das Metropolitankapitel Sankt Hedwig wählte ihn am Montag in Berlin zum Diözesanadministrator, wie das Erzbistum bekannt gab. Er leitet das Erzbistum kommissarisch, bis der Papst einen neuen Bischof ernennt.
Ein Diözesanadministrator hat Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs. Er darf aber keine Entscheidungen grundsätzlicher Art treffen, die den neuen Bischof in seiner Amtsausübung langfristig binden würden.
Heinrich wurde 1954 in West-Berlin geboren. 1981 weihte ihn der damalige Berliner Bischof Joachim Meisner zum Priester. Nach Kaplansjahren berief Meisner ihn 1984 zum Jugendpfarrer und Diözesandirektor des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe. Von 1985 bis 1992 sowie von 1994 bis 2005 leitete Heinrich das Priesterseminar des Erzbistums, zeitweise auch die Fort- und Weiterbildung der Priester.
Zwischen 1989 und 1993 absolvierte er ein Aufbaustudium in Rom und promovierte 1998 zum Doktor des Kirchenrechts. Im selben Jahr berief Sterzinsky ihn zum Diözesanrichter, seit 2003 leitet er das Personaldezernat. 2009 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Weihbischof in Berlin, wo er im selben Jahr die Bischofsweihe erhielt. Ein Weihbischof unterstützt den Diözesanbischof in seinen Leitungsaufgaben.
Das Erzbistum Berlin umfasst das Land Berlin, den größten Teil Brandenburgs sowie Vorpommern. In seinen rund 100 Kirchengemeinden leben etwa 393.000 Katholiken, davon rund 316.000 in Berlin. 226 Welt- und Ordenspriester sowie ständige Diakone sind in den Gemeinden sowie sozialen Einrichtungen tätig.
KNA/sei




