Benedikt XVI.

Freude in Berlin über Papst-Besuch 2011

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Papst kommt nach Berlin

Es ist der erste offizielle Staatsbesuch in seinem Heimatland: Papst Benedikt XVI. wird voraussichtlich im September 2011 nach Deutschland und nach Berlin reisen.

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Papst Benedikt XVI. kommt auf seine erste Staatsvisite nach Deutschland. Er wird dabei auch Berlin besuchen. Der Regierende Bürgermeister spricht von einem historischen Ereignis.

Papst Benedikt XVI. kommt 2011 nach Deutschland – und auch nach Berlin. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reagierte mit Freude auf die Ankündigung des Besuches durch Bundespräsident Christan Wulff. „Der Besuch des aus Deutschland stammenden Kirchenoberhauptes in seinem Heimatland und in dessen Hauptstadt hat in seiner Einzigartigkeit historische Qualität“, sagte Wowereit.

Auch das Erzbistum Berlin hieß Benedikt herzlich willkommen. Es bedeute für jeden Katholiken viel, wenn das Kirchenoberhaupt in seine Nähe komme, sagte ein Bistumssprecher, der über die konkreten Stationen in Berlin aber noch nichts sagen konnte. Da es sich in erster Linie um einen Staatsbesuch auf Einladung des Bundespräsidenten handle, müsse dies mit allen Beteiligten abgestimmt werden. „Wir müssen sehen, was der Papst tun möchte und werden dann gute Gastgeber sein“, kündigte der Sprecher an.

Der Papst wird voraussichtlich im September 2011 in die Hauptstadt kommen. Der Bundespräsident sagte: „Es ist mir und sehr vielen Menschen in unserem Land eine ganz besondere Freude und Ehre, den Heiligen Vater im 60. Jahr seiner Priesterweihe in seinem Heimatland begrüßen zu dürfen.“

Zuletzt hatte Papst Johannes Paul II. 1996 Berlin besucht. Der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger hatte ihn bei der Reise begleitet. Darüber hinaus war Ratzinger mindestens zweimal öffentlich in Berlin aufgetreten. Im Dezember 1979 war er zum Requiem des verstorbenen Berliner Kardinals Alfred Bengsch gekommen. Er hielt die Predigt am 21. Dezember in der West-Berliner Sankt-Matthias-Kirche und nahm am darauffolgenden Tag an der Beisetzung des Berliner Kardinals in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale teil. Im Jahr 2000 sprach er in der Bayerischen Landesvertretung in der Hauptstadt zum Thema „Europa: Seine geistigen Grundlagen – gestern – heute morgen“.

Freiburg denkt schon über Freiluft-Gottesdienst nach

Neben Berlin wird Papst Benedikt XVI. auch Erfurt und Freiburg besuchen. Es handelt sich um die dritte Deutschlandreise des Papstes. Nach dem Besuch des Weltjugendtages 2005 in Köln und der Pastoralreise nach Bayern 2006 ist die bevorstehende Visite der erste Staatsbesuch von Benedikt XVI. in seinem Heimatland.

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, sprach von einem „Zeichen der Ermutigung und Zuversicht“. Der Besuch des Papstes werde „ein bedeutender Moment im Leben unseres Landes und im Leben unserer Kirche sein“, sagte Zollitsch: „Ich bin der festen Überzeugung, dass von ihm für viele Menschen kraftvolle Impulse ausgehen werden.“

Für sein Freiburger Erzbistum sagte Zollitsch, die gesamte Diözese freue sich auf dieses „herausragende Ereignis“. Die Erzdiözese Freiburg freue sich auf den Besuch des Heiligen Vaters, teilte diese am Freitag mit. Die ersten Vorbereitungen für dieses Großereignis liefen bereits. Er habe am Freitag telefonisch die Landesregierung von Baden-Württemberg, den Freiburger Regierungspräsident Julian Würtenberger und zahlreiche Politiker über den Besuch informiert, hieß es. Einzelheiten des Besuchsprogrammes stünden noch nicht fest. Sollte Benedikt XVI. aber an einem Samstag oder einem Sonntag nach Freiburg kommen, wäre neben dem Besuch und dem Gebet im Freiburger Münster auch ein Gottesdienst unter freiem Himmel möglich.

Ebenfalls sehr erfreut äußerte sich der Erfurter Bischof Joachim Wanke. „Für das Bistum Erfurt ist es eine große Ehre und Auszeichnung, dass bei dieser Reise auch an einen Aufenthalt des Papstes hier in Thüringen gedacht wird." Das Bistum Erfurt habe sich auch während der DDR-Zeit seine tief katholische Prägung bewahrt, hieß es in der Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Dort liegt auch ein Teil der historischen Landschaft Eichsfeld. Diese Region blieb aufgrund ihrer Lage auch nach der Reformation fast ausschließlich katholisch. Die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) bezeichnete den Papstbesuch als Erfüllung eines Traums vieler Thüringer. Die Visite sei auch eine Anerkennung für die Unbeugsamkeit der katholischen Christen während der DDR-Zeit und ein „klares Signal für christliche Werte in unserer Gesellschaft“.

( dpa/dapd/KAN/sh )