Staufalle

Bei Avus-Sanierung bleiben Fahrspuren offen

Die Fahrbahn der Berliner Avus ist so marode, dass sie dringend komplett saniert werden muss. Die Bauarbeiten sollen zweieinhalb Jahre dauern. Zunächst wird dafür nur eine Spur gesperrt.

Foto: rj_fd / dpa

Bei der Sanierung der Berliner Stadtautobahn Avus sollen für einen Großteil der Bauzeit zwei Fahrspuren pro Richtung offengehalten werden. Dies gelte besonders für die Zeit, in der die Deutsche Bahn die parallel verlaufende Regionalbahnstrecke sperre, sagte Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Donnerstag. Erst nachdem die Bahnstrecke erneuert sei, werde stadteinwärts einige Zeit lang nur eine Spur befahrbar sein. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) begrüßte die Pläne, die Grünen forderten eine Verschiebung der Sanierungsmaßnahmen.

Im April werde mit bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen, ab Juni erfolge die Sanierung des ersten von vier Bauabschnitten, sagte Junge-Reyer. Die Arbeiten dauerten voraussichtlich bis November 2013 und kosteten rund 28 Millionen Euro.

Die Erneuerung der Avus sei dringend erforderlich, sagte die Senatorin. Gründe dafür seien das hohe Verkehrsaufkommen, die bereits lange Nutzungsdauer und der schlechte Zustand der Fahrbahn und der Brückenwerke. Die Fahrbahnen sollen komplett ersetzt werden.

Eine Ausweichroute wird den Angaben zufolge vom Autobahndreieck Zehlendorf über die Potsdamer Chaussee, die Lindenthaler Allee, die Argentinische Allee, die Clayallee und den Hohenzollerndamm angeboten. Dort sollen in diesem Zeitraum keine Baumaßnahmen zugelassen werden.

VBB: Verkehrschaos wird vermieden

Der VBB begrüßte die Pläne der Senatsverwaltung. Mit vier Fahrspuren sei gewährleistet, dass der Verkehr auf der Avus nicht zum Erliegen komme, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz. Während der Bauarbeiten würden zudem ausreichend Alternativangebote im Regional- und S-Bahn-Verkehr offeriert, so dass Autofahrer während der Avus-Sanierung auf Züge umsteigen könnten.

Die Grünen kritisierten hingegen, dass der Verkehrssenat die Baumaßnahmen an Avus und Regionalbahn nicht rechtzeitig koordiniert habe. Dies sei ein „Armutszeugnis“, da der Sanierungsbedarf seit Jahren bekannt sei, sagte die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling. Sie forderte den Senat auf, die Sanierung der Avus zu verschieben, bis die Bahnstrecke fertiggestellt sei.

Bei einer zeitlichen Verschiebung wäre die verkehrssichere Befahrbarkeit nicht mehr zu gewährleisten, argumentierte Junge-Reyer. In dem Fall müssten einzelne Schäden in diesem Jahr instandgesetzt werden. Dies sei kostspielig und würde ebenfalls Verkehrsbehinderungen durch Baustellen bedeuten. Ein besonderes Problem stelle die Autobahnbrücke über den Hüttenweg dar.