Weltkulturerbe

Rodung in Hufeisensiedlung für Gartendenkmal

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Zur Wiederherstellung des Gartendenkmals in der denkmalgeschützten Britzer Hufeisensiedlung sollen demnächst 62 Robinien und zahlreiche Ligusterhecken gepflanzt werden. Dafür muss der jetzige Bestand weg. Naturschützer sind entsetzt.

Der Naturschutzbund Berlin (Nabu) kritisiert die Fällung von mehr als 50 Bäumen in der denkmalgeschützten Britzer Hufeisensiedlung. Viele Anwohner seien entsetzt. Die geplante Neupflanzung von Bäumen sei „reine Geldverschwendung“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Das Wohngebiet gehört seit 2008 mit fünf weiteren Berliner Siedlungen der Klassischen Moderne zum Unesco-Weltkulturerbe.

Laut Nabu verkehrt sich der Welterbestatus nun für die Anwohner „in einen dicken Nachteil“, weil die Fällungen mit der Wiederherstellung eines Gartendenkmals begründet würden. Allerdings hätten Planungen von vor 100 Jahren nichts mit den modernen Ansprüchen der Bürger zu tun.

Das Beispiel der Zeche Zollverein in Essen zeige, dass sich ein Welterbestatus und „spontane Vegetation“ durchaus vertrügen. Namentlich kritisierte der Naturschutzbund das Landesdenkmalamt Berlin und den Bezirk Neukölln sowie dessen Amt für Naturschutz und Grünflächen und die Untere Denkmalschutzbehörde. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte bereits gegen die Fällungen protestiert.

Manuela Damianakis, Sprecherin des Wohnungsunternehmens Deutsche Wohnen, wies die Vorwürfe zurück. Zur Wiederherstellung des Gartendenkmals würden demnächst 62 Robinien und zahlreiche Ligusterhecken gepflanzt, sagte sie. Sämtliche Maßnahmen seien mit den Behörden abgestimmt. Auch die Welterbe-Prüfer des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) seien eingebunden.

Die zwischen 1925 und 1933 erbaute Siedlung steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Namensgeber ist ein 350 Meter langer Wohnblock. Parallel dazu umfasst das Gebiet knapp 680 Reihenhäuser und weitere Häuserriegel.