Umwelt

Protest gegen die Fällung von 30 Buchen in Hufeisensiedlung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bürgerinitiative Grünes Hufeisen protestieren dagegen, dass in der Hufeisensiedlung am Lowise-Reuter-Ring 30 gesunde Hainbuchen gefällt werden dürfen. Das Landesdenkmalamt hat die Fällungen der 30 Jahre alten Bäume in der Siedlung, die zum Unesco-Welterbe gehört, genehmigt.

Die Bäume seien ausgewachsen, Mieter hätten sich beschwert, weil sie Wohnungen verschatteten. Einen starken Rückschnitt würden die Bäume nicht verkraften. Außerdem seien die Hainbuchen Nachkriegspflanzungen, so die Begründung der Behörde für die Genehmigung. "Ursprünglich hatten die Architekten für die Hufeisensiedlung Kugelrobinien geplant. Die sollen nach den Fällungen gepflanzt werden, und zwar doppelt so viele Bäume, wie jetzt vorhanden sind", sagte Petra Rohland, Sprecherin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Hufeisensiedlung entstand 1925 bis 1933 nach Plänen von Bruno Taut und Martin Wagner. Zusammen mit fünf weiteren Siedlungen der Berliner Moderne sind sie 2008 in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. In die Sanierung der Hufeisensiedlung sollen 12,6 Millionen Euro fließen.

Der BUND kritisiert die Haltung der Denkmalschützer und fürchtet unterdessen, dass auch noch Hunderte von Nadelbäumen in der Siedlung weichen sollen. Die Eigentümerin der denkmalgeschützten Siedlung in Britz, die Deutsche Wohnen AG, habe die Bäume schon vermessen lassen. Herbert Lohner, BUND-Naturschutzreferent, bemängelt, dass "die Berliner Baumschutzverordnung nun auch in der Hufeisensiedlung ausgehebelt" werde. Erst kürzlich habe das Landesdenkmalamt in der Schillerparksiedlung in Mitte 30 Bäume fällen lassen. Berlin könne sich einen derart "radikalen Umgang mit stadtökologischen Gütern nicht leisten", kritisiert Lohner. Der BUND und andere Umweltverbände hoffen jetzt auf regelmäßige Treffen mit den Landesdenkmalbehörden, in denen künftig Vorhaben frühzeitig besprochen werden sollen.

( bsm )