Schloßplatz

Temporäre Kunsthalle wird abgebaut

Nun ist sie bald verschwunden, die Temporäre Kunsthalle auf dem Berliner Schloßplatz. In Wien soll sie wieder zum Leben erweckt werden.

Die Temporäre Kunsthalle am Berliner Schlossplatz verschwindet langsam. Seit Mittwoch wird ein Fassadenteil nach dem anderen demontiert. Zuvor waren die Bolzenbefestigungen zwischen den 2,50 Meter breiten und zehn Meter hohen Teilen durchtrennt worden, wie Bauleiter Jan Leisser am Freitag sagte. Die riesigen Teile würden auf einen Lastwagen verladen und zunächst in ein Depot eingelagert. Bislang gebe es beim Abbau keine Probleme. Insgesamt werde die Demontage einschließlich Bodenplatte einen Monat dauern.

Der Gebäudesatz der Kunsthalle war zuvor verkauft worden, wie der ehemalige Geschäftsführer der Kunsthalle, Benjamin Anders, mitteilte. Die in Wien ansässige Kunststiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21) werde das Gebäude in Wien wieder als einen temporären Ausstellungsbau errichten. Allerdings bräuchten die Vorbereitungen dort noch etwas Zeit - deshalb die Zwischenlagerung.

Die Temporäre Kunsthalle diente den Angaben zufolge von September 2008 bis August 2010 auf dem Berliner Schlossplatz als Ort für die Auseinandersetzung mit internationaler Gegenwartskunst, die in Berlin entsteht. Die Schauen präsentierten einen Querschnitt der Berliner Kunstszene. Damit sei ein Beitrag zur allgemeinen Diskussion um die Notwendigkeit einer ständigen Kunsthalle in Berlin geleistet worden, betonte Anders. Zudem sei die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst in der Hauptstadt verdeutlicht worden.

Die privat finanzierte Ausstellungshalle zeigte insgesamt 16 Ausstellungen einschließlich der Projekte auf der Fassade und hatte mehr als 200.000 Besucher. Das Projekt entstand durch das Engagement der Initiatorinnen Constanze Kleiner und Coco Kühn und wurde durch den Mäzen Dieter Rosenkranz und dessen Stiftung Zukunft Berlin getragen.

T-B A21 plant, das Gebäude in Wien wiederaufzubauen und als Projekt- und Ausstellungsraum über den Zeitraum von fünf Jahren zu bespielen, wie es hieß. Die Ausstellungshalle, die vom Wiener Architekten Adolf Krischanitz als energieeffizienter Bau entworfen wurde, soll möglichst nachhaltig und umweltfreundlich betrieben werden. Die Eröffnung des neuen Projektraumes ist für diesen Herbst vorgesehen.

Nach dem Abbau der Kunsthalle an dem Berliner Schlossplatz werden dort die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit dem Bau des U-Bahnhofs Museumsinsel beginnen.

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