Bezirkspolitik

Sportler forden mehr Platz am Gleisdreieck

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Katrin Schoelkopf

Foto: lipp@atelier

Am Gleisdreieck haben nun die Bauarbeiten für den Westteil des neuen Parks haben begonnen. Im Jahr 2013 soll das Areal zugänglich sein. Sportler fordern deutlich mehr Platz.

Der Westteil des künftigen Parks am Gleisdreieck zwischen Landwehrkanal, Flottwellstraße und Yorckstraße wird voraussichtlich im Jahr 2013 eröffnet. Das teilte der Geschäftsführer der landeseigenen Grün Berlin GmbH, Christoph Schmidt, im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses mit. Die Planung und Bürgerbeteiligung sei abgeschlossen, sodass die Bauarbeiten jetzt anlaufen. Dabei geht es in erster Linie erst einmal um die Beseitigung von 80 bis 150 Zentimeter dicken Bodenbetonschichten, die die Hälfte des 17 Hektar großen Westteils bedecken. 2011 sollen dann erste Planungen umgesetzt und 2013 das Areal fertiggestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der knapp 15 Hektar große Ostteil zwischen Landwehrkanal, Möckernstraße und Yorckstraße, auf dem bereits im vergangenen Jahr die Bauarbeiten begonnen haben, soll Schmidt zufolge im August nächsten Jahres zu großen Teilen eröffnet werden.

Heftige Kritik an der Planung des Westteils hat gestern der Landessportbund geäußert. Die Vertreter des Vereinssports beklagen, dass ihnen im Zuge der Parkplanung bereits im Jahr 2001 zwei wettbewerbstaugliche Sportplätze auf dem Areal zugesagt worden seien, diese aber vom zuständigen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zugunsten der auf dem Gelände ansässigen Kleingärtner wieder gestrichen worden seien.

5,5 Millionen verfallen gelassen

„Der Bezirk hat die für den Vereinssport vorgesehene 4,1 Hektar große Fläche für die kleingärtnerische Nutzung geopfert“, sagte Joachim Hammer vom Landessportbund. Dass jetzt Kleingärtner und Sportler in den Konflikt getrieben würden, sei unverantwortlich. Die Kritik richtet sich vornehmlich an den Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne). Die Bezirksverordneten-Versammlung hatte 2009 mit den Stimmen von Grünen und Linken beschlossen, die Kleingartenkolonie „Potsdamer Güterbahnhof“ zu erhalten. 5,5 Millionen Euro, die eigentlich für den Sportplatzbau vorgesehen waren, ließ der Bezirk verfallen. Stattdessen gibt es eine kleine Lösung: Es wird auf dem Dach des Baumarkts im Süden des Parks ein Sportplatz eingerichtet.

Die ursprünglich geplanten Fußballplätze aber waren eigentlich für den Vereinssport der drei Bezirke Kreuzberg-Friedrichshain, Mitte und Tempelhof-Schöneberg vorgesehen. Die Sportstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Gabriele Schöttler (SPD), kritisierte erneut den Alleingang des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und warf dem Senat vor, die Bezirke nicht über seine Planung zu informieren. Schöttler forderte vom Senat, dass der Vereinssport nun ausreichend Berücksichtigung bei der Entwicklung des Tempelhofer Flugfelds finden müsse. „Ich fordere massiv, dass dort die Chancen genutzt werden.“

Die Staatsekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, sagte, dass im Rahmen des landschaftsplanerischen Wettbewerbs für den ehemaligen Flughafen sechs Großspielfelder vorgesehen seien. Allerdings müssten die Bezirke auch die finanzielle Vorsorge in ihren Haushaltsplänen treffen. Auf dem Gleisdreieck wäre es aus Platzgründen und zu geringen Abständen zu geplanten Wohnungen ohnehin unmöglich gewesen, zwei Fußballplätze mit den nötigen Umkleidekabinen zu bauen.